Ich habe schon öfter und schon bestimmt seit zwei Jahren immer wieder Fotos von Freunden gesendet bekommen, die in irgendeinem Restaurant eine Roboterhilfskraft gesehen haben. Oftmals in Eiscafés, die dann die Bestellung an den Tisch brachten.
Ich selbst habe so was noch nie gesehen, bis zu diesem Wochenende.
Bei Seegmüller Möbelhaus im Restaurantbereich fährt dieser Roboter die ganze Zeit zu den Geschirrstellen der Kellner hin. Diese werden dann vom Kellner dort verladen und er bringt sie in die Küche.
Auch wenn es die da schon länger gibt, ist es krass mit anzusehen, wie Roboter in unserem Alltag immer mehr integriert werden. Das mussten die Kellner vorher selbst erledigen, und ich denke nicht, dass dieser Roboter den Kellner ersetzt, sondern einfach nur die Lücke schließt, die durch fehlendes Personal oder durch schwere Arbeit geschlossen wird.
Ich bin in den 70er Jahren geboren worden und für mich ist das tatsächlich etwas ganz Besonderes, solche Roboter durch die Gegend im Alltag fahren zu sehen.
Als ich letztes Jahr in die Reha bin, habe ich unserer Tochter versprochen, dass ich,…
Ich habe die Stromabrechnung für 2025/2026 bekommen und bin positiv überrascht. 4816 kWh sind jetzt…
Wir waren über Ostern im Legoland. Da die Jahreskarten vom letzten Jahr noch bis Juni…
Beim Spazierwandern habe ich wieder ein paar lustige Aufkleber unterwegs gesehen.
Beim Spazierwandern habe ich diesen Koloss gesehen: Die mobile Prüfstation vom ADAC. Eigentlich nichts Besonderes.…
Auf einem Karton entnahm ich folgende Botschaft: WICHTIGE BOTSCHAFT! Lieber Paketdienst und Zusteller, Wir haben…
View Comments
Ein klein wenig Werbe-Attraktion, für Kiddies und Technik-Nerds, aber leider eigentlich nur eine ziemlich kalte Berechnung:
So ein Robbie kostet unterm Strich weniger als die ein oder zwei bestenfalls angelernten Mindestlohn-Hilfskräfte, die sonst Bestellungen aufnehmen und Essen bringen und Reste wegräumen. Außerdem meckert der nicht über 18-Stunden-Schichten, es tritt dem Betreiber kein Gesetzgeber auf die Füße, wenn der Robbie 18 Stunden am Tag, 7 Tage pro Woche, 365 Tage im Jahr arbeitet, ohne Krankenversicherung, ohne Rentenversicherung. Und von gelegentlichen Technik-Pannen abgesehen wird der Robbie auch nicht krank, will auch keinen Urlaub haben, und muß sich auch nicht darum kümmern, Kinder aus der Kita zu holen oder Oma die Wocheneinkäufe zu bringen.
Es gibt die Gastro-Roboter auch als "Servierkräfte", die beladene Tabletts aus der Küche zu den Tischen der Kunden fahren. Das ist aber nahezu die selbe Technik.
Was ist daran Innovation? Sehr, sehr wenig.
Wenn du mal alte Videos aus deutschen Autowerken ansiehst (so um 1990 oder 2000 herum), gibt es da voll autonome Transporter, die halbe Autos oder große Teile von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz karren und dabei im Boden verlegten Kabeln folgen. Gerne tritt dann der Gastgeber aus dem Werk so einem Transporter in den Weg. Der hält dann dank Ultraschall-, Infrarot- oder Radar-Sensoren an, statt den Menschen umzunieten, und löst nach einer Weile eine Hupe aus. Genau das machen die Gastro-Roboter auch, nur statt zu hupen spielen sie eine Ansage ab, dass man doch bitte den Weg freimachen soll. Das ist also 30 Jahre alte Technik.
Die Kabelschleifen im Boden brauchen die Gastro-Roboter nicht, weil sie wie Saugroboter eine grobe Karte des Gastro-Betriebs gelernt haben, für die serverenden Gastro-Roboter einschließlich der Tischnummern. Und die Saugroboter sind ja auch schon über 20 Jahre alt.
Letztlich fährt da also eine Kreuzung aus Saugroboter und autonomen Transporter durch die Gegend und bewegt Tabletts mit Essen oder Essensresten hin und her. Der Rest ist im wesentlichen ein spritzwasserdichtes, leicht abwaschbares Gehäuse, ein wenig Deko, und je nach Hersteller noch etwas Spielerei nach Art eines Anime-Gesichts, um die Akzeptanz zu erhöhen.
Und das kostet zwei bis drei Leute den Job. Zugegeben, einen schlecht bezahlten Job. Aber jetzt gibt's stattdessen Hartz IV, neuerdings euphemistisch Bürgergeld benannt.
Manchmal hasse ich es, ein Nerd zu sein. In den 1980ern waren (androide) Roboter im Fernsehen cool. Dann kamen (echte) Roboter in die Fabriken. Erst für die Scheiß-Jobs mit viel Dreck und Gefahr, dann auch für qualifiziertere Jobs. Hat mich nicht betroffen, ich hab niemanden gehabt, dessen Arbeitsplatz davon bedroht war. Jetzt haben wir Gastro-Roboter, es wird intensiv an Pflegerobotern gearbeitet, es gibt Mini-Roboter mit Kuscheltier-Überzug, um die alten Menschen zu bespaßen. Und es hört da noch lange nicht auf. Roboter machen keinen Spaß mehr. Den Nerd in mir macht die Technik noch Spaß, aber ich sehe auch die Auswirkungen der Technik. Und da ist der Spaß schon lange vorbei.