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Und sonst so?

Ein verlängertes Pfingstwochenende ist rum. Eigentlich hatte ich mich auf etwas Erholung eingestimmt.
Zwar hatte ich mich darauf eingestellt zu Hause zu bleiben, weil das Wetter selbstverständlich als schlecht angekündigt wurde. Aber erst geht Freitag Nachmittag auf der Arbeit etwas schief, wofür wir nichts konnten (Schuld eines externen Dienstleisters), aber nun der Betrieb stillstand und ich dadurch an allen Tagen immer wieder zwischendrin arbeiten musste.

Dann landete meine Tochter im Kinderkrankenhaus, wo sie auch noch mit meiner Frau derzeit liegt.

Und ich mittendrin. Allein mit Sohnemann und der Mitverantwortung den Betrieb wieder ans Laufen zu bekommen. Das habe ich dann auch alles hinbekommen, aber so langsam bin ich erschöpft.

Kein Urlaub oder freien Tage ohne das was passiert. Immer wenn wir es versuchen, kommt etwas, das uns mehr Energie kostet als sonst.

Aber es gab auch schöne Seiten. Ich habe am Sonntag endlich wieder frische Kibbe bekommen (was auch schon wieder ein Jahr her war).


Auch konnte ich die exklusive Zeit mit meinem Sohn sehr genießen, der diese Zeit auch sehr genossen hat.
Einfach mal ohne Schwester, nur alleine zu Hause mit Papa.

Vor einem Jahr hätte ich es noch als „toll und Bemerkenswert“ gepostet, wie gut ich als Papa das alles geschafft habe. Alleine mit Kind und Haushalt. Aber dadurch, das dies mittlerweile bei uns Alltag ist, ist es fast keine Rede mehr Wert.

Auch wenn ich Hilfe angeboten bekommen habe, so nutze ich sie derzeit nicht und bin auch ein wenig stolz darauf, nicht bei dem kleinsten Ausfall meiner Frau gleich externe Hilfe anfordern zu müssen.

Vielleicht auch ein wenig ehrgeizig/stolz, das selbst machen zu wollen.
Und auch ein Stück Trotzigkeit. Jetzt, wo ich es lernen musste, will ich auch keine Hilfe mehr.

Kinder versorgen, Haushalt schmeißen und meiner Arbeit nachgehen, das ist fast „normal“ für mich geworden. Seit meine Frau wieder arbeiten geht, teilen wir uns das komplett. Und wenn dann mal einer ausfällt, dann schafft der andere das auch, ohne die Abgabe der Kinder.

Es war aber ein langer und harter Lernprozess für mich. Meine Frau brauchte da viel Geduld mit mir 😉 Vielleicht auch, weil wir manchmal einfach keine andere Wahl hatten.
Dennoch bin ich froh, wenn dann irgendwann mal wieder Normalität eintritt und wir auch etwas Zeit für uns haben.

Ich war seit rund 6 Wochen nicht am privat an meinem PC. Keinmal mehr gezockt oder Ähnliches. Nur Arbeit und Familie. Jede freie Minute bin ich bei meiner Frau und den Kindern. Sie im Alltag unterstützen, wo ich kann.

Dies ist auch der Pandemie verschuldet. Wo sollen wir auch hin, wenn wir einen Babysitter buchen würden?
Lockdown und Ausgangssperre machen es einem nicht einfach. Zwar nutze ich viel Zeit um mit den Kindern herauszugehen, aber die Unwetter der letzten Wochen machen es einem nicht leichter.

Und so fällt uns auch einfach irgendwann mal die Decke auf den Kopf.

Aber der „Stress“ ist weniger geworden. Ich bin entspannter. Auch, wenn ich mein eigenes privates Leben komplett zurückgestellt habe.

Um das zu schaffen, habe ich jetzt wirklich allem an Hilfe abgesagt. Und sei es nur der Nachbar, der ein Handyproblem hat. Ich helfe keinem mehr, verweise auf das Internet oder Dienstleister. Ich habe nicht mehr die Kraft und Zeit dafür.

Der verbliebene „Stress“ spiegelt sich leider auch komplett in meiner Ernährung wider. Dessen bin ich mir bewusst. Wo andere zu Alkohol und Drogen greifen, greife ich zu Schokolade. Das sehe ich, kann und will es derzeit nicht verhindern. Obwohl ich es muss.
Am Ball bleiben und weiter machen. Dazu fehlt es mir an Kraft und Willensstärke. Die lenke ich derzeit auf meine Familie.

Ein wenig rede ich es mir schön damit, das es zum Sommer wieder besser wird. Weniger Lockdown, mehr Freiheit und Kraft für mich.

Mal sehen, wo ich in 6 Monaten bin. So, jetzt gehe ich schlafen – eine anstrengende Woche steht mir bevor.

5 Gedanken zu „Und sonst so?“

  1. Ich wünsche Dir und Deiner Familie weiterhin viel Kraft! Du bist in dieser Zeit gewachsen und es ist ein Ende dieser Herausforderung absehbar!

  2. Alles Gute für deine Tochter, ich hoffe sie darf bald wieder nach Hause und alles wird gut!

    Kopf hoch, ihr packt das alles!

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