Zum Inhalt

Schlagwort: papazeit

Alle gegen Papa

Am Sonntagmorgen durfte meine Frau ausschlafen und so spielte ich mit den Kindern in der Küche.

Spinderella – ein echt lustiges Spiel. Hier muss man seine Ameisen als Erstes ins Ziel bringen und kann mit der Borke und Spinne die anderen Spieler daran hindern.

Beide Kinder hatten eine tierische Freude daran, gegen mich zu spielen. Am Ende habe ich dann verloren und die zwei waren glücklich.

Wie war das mit der Hand, die einen füttert? 😂
Aber ich empfand es als cool, dass die beiden so zusammen gewachsen sind, dass sie automatisch zusammenhalten.

Leave a Comment

Durchgeplantes Wochenende

Das letzte Wochenende als alleinerziehender Vater stand vor der Tür.

Freitagnachmittag habe ich mir ein Auto gemietet und bin damit unsere Tochter von der Schule holen gekommen. Bei Cambio sind sogar vernünftig große Kindersitze vorhanden.

Zuerst sind wir damit in die Stadt gefahren, um ihr neue Schuhe zu holen.

Danach haben wir den Wocheneinkauf inkl. Frühstück für das Väter Kinder Café getätigt.
Das war dann am Samstagmorgen.

Sei 1.5 Jahren leite ich das schon – immer noch gut besucht und mit viel Freude 😉

Danach hatte meine Tochter Besuch einer Freundin und ich eine Nachbarin, die am PC Hilfe benötigte. Für die Kinder gab es dann auch einen Kinoabend, standesgemäß mit Popcorn und Eiskönigin 😉

Sonntagvormittag waren wir mit meinem Freund zum Früh shoppen im Bergischen Land.

Und am Nachmittag bei meiner Familie zum frischen Kibbeh.

Da freue ich mich immer am meisten darauf, weil ich mag Kibbeh sehr gerne. Im Original wird es mit Tatar zubereitet und darf wohl aufgrund Salmonellengefahr so nicht im Geschäft gefertigt werden. Dort findet man neben der frittierten Variante nur die Vegane.

Und dann war das Wochenende schon vorbei 😉

Leave a Comment

Vater Kind Wochenende

Freitag bis Sonntag war ich mit meinem Sohn und unserem Verein in Windeck auf einem Vater Kind Wochenende.

Unsere Tochter wollte nicht mit, da Sie anderes vorhatte.

Nachtwanderung, Basteln, Schatzsuche und Lagerfeuer mit Stockbrot.

Wir hatten viel Spaß und die Zeit ging viel zu schnell vorbei.

Leave a Comment

Kölsche Riviera Rodenkirchen

Mit unserem Verein für Väter stand das nächste Naturabenteuer an und es ging zur sogenannten Kölschen Riviera in Rodenkirchen.

Es gibt in unserer Großstadt immer noch Ecken, die ich selbst nach 44 Jahren noch nicht kannte.

Eine ruhige Ecke von Köln, mit Minigolfplatz und Sandstrand. Ein kleiner Geheimtipp.

Hier kann man kostenlos Parken. Hier ist dann auch gleich ein Minigolfplatz mit Büdchen.

So 2~3 Gehminuten geht es dann direkt an den „Strand“.

Dort war dieses Mal das Thema schnitzen dran. Wir haben uns einen Wichtel und eine Flöte geschnitzt.

Es war wieder ein schönes Event.

Leave a Comment

Wilder Samstag

Am Samstag war ich zum zweiten Mal mit meiner Tochter beim Wilden Samstag.

Einen Naturabenteuer, organisiert durch unseren Verein für Väter, mit einer Naturpädagogin. Jeden Monat in einer anderen Lokation in Köln.

Drei Stunden volle Aktion. Es war sehr schön und meiner Tochter hat es sehr gefallen. Für den Sohnemann ist das noch nichts.

Leave a Comment

Etwas Normalität

Heute, am Karnevalssamstag, war wieder Väter Café.

Auch wenn immer noch eine Pandemie herrscht und ein Krieg geführt wird, die Kinder benötigen ein Stück Normalität.

Und so hat unser Vorstand heute ein wenig Karnevalsstimmung in das Väterfrühstück gebracht. Mit Kinderschminken, Karnevalsmusik und Luftschlangen.

Und das war nicht nur wichtig, sondern auch toll. Die Kinder hatten viel Spaß und mal eine Ablenkung vom depressiven Alltag. Schade, dass unser Ossendorfer Karnevalszug nicht durch die Straße gezogen ist.

Hoffentlich nächstes Jahr, zusammen mit dem Vätercafe, wird das ein Highlight.

Leave a Comment

Väter Kind Zelten 2021

Mit meiner Tochter, meinem Freund und Kollegen sowie einer Tochter und vielen anderen Vätern aus unserer Väter in Köln e.V. war ich dieses Wochenende Zelten.

Das Ganze am Jugendzeltplatz Aggertal

Die Gegend ist echt traumhaft schön. Direkt an der Aggertal Sperre.

Freitag Nachmittag angekommen, wurde gleich das Zelt aufgebaut. Ich hatte mir schon im Vorfeld im Sonderverkauf ein „Wurfzelt“ gekauft. Hat einen hervorragenden Dienst getan, aber wenn ich das öfter machen sollte, dann hole ich mir ein deutlich größeres Zelt.

Nach dem Aufbau und auspacken ging es ans Grillen und einer anschließenden Nachtwanderung.

Am nächsten Morgen frühstückten wir zusammen. Dann ging es auf eine Schatzsuche.

Hierbei haben wir dann auch gleich lange Stöcke für das Abendprogramm gesammelt.

Nach der Schatzsuche gab es Mittagessen. Danach ging es in Paddelbooten an die Talsperre.

Ich selbst war nicht dabei, bin nicht in der Kondition für so was 😉
Aber meine Tochter ist bei meinem F&K mitgefahren.

Danach ging es zurück zum Zeltplatz. Stöcke schnitzen für das Stockbrot und die Marshmallows am abendlichen Lagerfeuer.

Das Wochenende war echt super. Wir hatten ein echt tolles Wetter und meine Tochter war ganz traurig als es wieder nach Hause ging. Die exklusive Zeit mit ihr hat echt gutgetan und ihr sehr gefallen.

Ich selber werde dadurch allerdings nicht zum Zeltfreund. Aber was tut man nicht alles für seine kleinen 😉

In zwei Wochen geht es dann mit meinem Sohnemann in einer Jugendherberge.

Leave a Comment

Vätercafe Köln

Heute war ich wieder beim ersten persönlichen Vätercafé, offline mit reallife Kontakt.

So sehr ich auch die ruhigen und intensiven Vätergespräche online das letzte Jahr schätzen gelernt habe, so schön war es einfach auch mal wieder die Väter persönlich zu sehen.

Wieder ein Stück zurück in die Normalität. Auch meinem Sohn hat es sehr gefallen, einfach mal wieder was anderes als zu Hause.

In zwei Wochen treffen wir uns wieder auf unsere Rheinseite und ich freue mich schon sehr drauf.

Leave a Comment

Und sonst so?

Ein verlängertes Pfingstwochenende ist rum. Eigentlich hatte ich mich auf etwas Erholung eingestimmt.
Zwar hatte ich mich darauf eingestellt zu Hause zu bleiben, weil das Wetter selbstverständlich als schlecht angekündigt wurde. Aber erst geht Freitag Nachmittag auf der Arbeit etwas schief, wofür wir nichts konnten (Schuld eines externen Dienstleisters), aber nun der Betrieb stillstand und ich dadurch an allen Tagen immer wieder zwischendrin arbeiten musste.

Dann landete meine Tochter im Kinderkrankenhaus, wo sie auch noch mit meiner Frau derzeit liegt.

Und ich mittendrin. Allein mit Sohnemann und der Mitverantwortung den Betrieb wieder ans Laufen zu bekommen. Das habe ich dann auch alles hinbekommen, aber so langsam bin ich erschöpft.

Kein Urlaub oder freien Tage ohne das was passiert. Immer wenn wir es versuchen, kommt etwas, das uns mehr Energie kostet als sonst.

Aber es gab auch schöne Seiten. Ich habe am Sonntag endlich wieder frische Kibbe bekommen (was auch schon wieder ein Jahr her war).


Auch konnte ich die exklusive Zeit mit meinem Sohn sehr genießen, der diese Zeit auch sehr genossen hat.
Einfach mal ohne Schwester, nur alleine zu Hause mit Papa.

Vor einem Jahr hätte ich es noch als „toll und Bemerkenswert“ gepostet, wie gut ich als Papa das alles geschafft habe. Alleine mit Kind und Haushalt. Aber dadurch, das dies mittlerweile bei uns Alltag ist, ist es fast keine Rede mehr Wert.

Auch wenn ich Hilfe angeboten bekommen habe, so nutze ich sie derzeit nicht und bin auch ein wenig stolz darauf, nicht bei dem kleinsten Ausfall meiner Frau gleich externe Hilfe anfordern zu müssen.

Vielleicht auch ein wenig ehrgeizig/stolz, das selbst machen zu wollen.
Und auch ein Stück Trotzigkeit. Jetzt, wo ich es lernen musste, will ich auch keine Hilfe mehr.

Kinder versorgen, Haushalt schmeißen und meiner Arbeit nachgehen, das ist fast „normal“ für mich geworden. Seit meine Frau wieder arbeiten geht, teilen wir uns das komplett. Und wenn dann mal einer ausfällt, dann schafft der andere das auch, ohne die Abgabe der Kinder.

Es war aber ein langer und harter Lernprozess für mich. Meine Frau brauchte da viel Geduld mit mir 😉 Vielleicht auch, weil wir manchmal einfach keine andere Wahl hatten.
Dennoch bin ich froh, wenn dann irgendwann mal wieder Normalität eintritt und wir auch etwas Zeit für uns haben.

Ich war seit rund 6 Wochen nicht am privat an meinem PC. Keinmal mehr gezockt oder Ähnliches. Nur Arbeit und Familie. Jede freie Minute bin ich bei meiner Frau und den Kindern. Sie im Alltag unterstützen, wo ich kann.

Dies ist auch der Pandemie verschuldet. Wo sollen wir auch hin, wenn wir einen Babysitter buchen würden?
Lockdown und Ausgangssperre machen es einem nicht einfach. Zwar nutze ich viel Zeit um mit den Kindern herauszugehen, aber die Unwetter der letzten Wochen machen es einem nicht leichter.

Und so fällt uns auch einfach irgendwann mal die Decke auf den Kopf.

Aber der „Stress“ ist weniger geworden. Ich bin entspannter. Auch, wenn ich mein eigenes privates Leben komplett zurückgestellt habe.

Um das zu schaffen, habe ich jetzt wirklich allem an Hilfe abgesagt. Und sei es nur der Nachbar, der ein Handyproblem hat. Ich helfe keinem mehr, verweise auf das Internet oder Dienstleister. Ich habe nicht mehr die Kraft und Zeit dafür.

Der verbliebene „Stress“ spiegelt sich leider auch komplett in meiner Ernährung wider. Dessen bin ich mir bewusst. Wo andere zu Alkohol und Drogen greifen, greife ich zu Schokolade. Das sehe ich, kann und will es derzeit nicht verhindern. Obwohl ich es muss.
Am Ball bleiben und weiter machen. Dazu fehlt es mir an Kraft und Willensstärke. Die lenke ich derzeit auf meine Familie.

Ein wenig rede ich es mir schön damit, das es zum Sommer wieder besser wird. Weniger Lockdown, mehr Freiheit und Kraft für mich.

Mal sehen, wo ich in 6 Monaten bin. So, jetzt gehe ich schlafen – eine anstrengende Woche steht mir bevor.

7 Comments

Kurzer Besuch am Flughafen

Nach unserem Ausflug in Leidenhausen ging es noch kurz zum Flughafen Köln Bonn.

Die Besuchertrasse ist kostenlos und für die Kinder eine Möglichkeit den Flugbetrieb nah zu sehen.

Das es ruhiger ist, war mir klar. Aber so leer habe ich den Flughafen noch nie erlebt.

Leider bekamen wir keine Landung oder Start zu sehen. Aber auch das wird sich wohl (leider) in absehbarer Zeit ändern.

Leave a Comment

Papatag 2021

Heute ist Vatertag. Mit meiner Tochter der fünfte mit meinem Sohn der dritte.

Das letzte Jahr hat sich sehr viel getan. Ein aktiver Vater zu sein, fordert schon ganz viel Mut, Eingeständnis und Anwesenheit. Verzicht und Umdenken.

Es war ein langer und schwieriger weg, weg von der vielen nebenbei Arbeit und dem Hobby was ich beherrsche, zu meinen Kindern mit völlig anderen Bedürfnissen, die für mich komplett neu waren. Die mich überforderten.

Nun geht meine Frau seit einem Jahr auch wieder arbeiten und es wäre asozial die komplette Kinderbetreuung und Haushalt auf sie abzuwälzen.

Und die Kinder brauchen mehr als nur einen anwesenden Vater. Sie brauchen einen aktiven Vater.

Und ich bin stolz mich da mittlerweile hin entwickelt zu haben. Ich glaube ich bin das, was ich früher immer ausgelacht habe. Ein Öko Papa 🙂

Auch durch die Hilfe des Kölner Väter Vereins, mit dem ich mich jede Woche online treffe, Tipps und Ratschläge erhalte.

Aber, ich zelebriere das mittlerweile und gehe darin voll auf.

Während ich diese Zeilen auf meinem Handy schreibe, geniesse ich tatsächlich einfach mal eine Stunde Auszeit und sitze auf einem öffentlichen Platz und trinke eine Dose Cola.

Diese Auszeit hatte ich die letzten Wochen nicht. Das letzte Mal am Computer gespielt habe ich vor einem Monat. Natürlich fehlt mir das, genauso wie die Freizeit. Aber wir haben nun eben mal Kinder und wie ich vor einem Jahr schon sagte, muss ich das Beste daraus machen.

Morgen habe ich frei und einen Brückentag. Normalerweise könnte ich einfach die Ruhe zu Hause genießen und mich zurücklehnen.

Stattdessen werde ich beide Kinder aus dem Kindergarten raus lassen und mit Ihnen einen schönen Tagesausflug machen.

Alleine, weil meine Frau arbeiten muss. Auch das ist Routine, ich bin viel mit den Kindern alleine unterwegs. Einfach um meiner Frau auch mal eine Auszeit zu gönnen.

Und am Ende des Tages werden die Kinder ganz viel erzählen, was sie alles so erlebt haben. Diese fröhlichen und dankbaren Augen sind dann der Dank und der Verzicht Wert auf die eigene Zeit.

Auch haben wir uns so langsam damit abgefunden und arrangiert, dass wir nur uns selbst haben und so gut wie keine Unterstützung auswärts. Keine Paten oder Familie wo wir die Kinder mal für ein paar Stunden abgeben können. Für die Entwicklung finde ich es zwar schade, weil sie dann außerhalb von uns keine weitere Vertrauensperson haben, aber für die eigene Bindung mit den Kindern ist das auch nicht verkehrt.

Wenn dieser ganze Corona mist mal vorbei ist, hoffe ich dass es mit dem Patenprojekt weiter geht. Aber auch werden die Kinder mit steigendem Alter selbständiger, sind einfach mal bei Freunden zu Besuch oder Unternehmen etwas. Dadurch entwickeln sich auch für uns Zeitfenster in dem wir Zeit für uns haben.

Sollten meine Kinder diesen Blogbeitrag in 10-15 Jahren einmal lesen:“Ich liebe euch, und stolz euer Papa zu sein.“

So, jetzt geht’s wieder zurück nach Hause. Kinder bespaßen 😉

Leave a Comment

Die kleinen Dinge

Heute habe ich mit den Kindern Popcorn gemacht.
So einfach und so „unbedeutend“.

Aber für die Kinder war das ein aufregendes Ereignis, weil noch nie gemacht.

Wie so Kleinigkeiten den Tag besonders werden lassen können.

Leave a Comment

Ein toller Papa werden. Vater Entwicklung und Bindung

Heute wird was länger und privater. Aber das Thema halte ich für mich hier fest.  
Und vielleicht auch, um andere damit zu erreichen, die es genau so betrifft.

Der Überforderung als moderner aktiver Vater und Elternteil. 
Und wie man daraus eine tolle Vaterschaft machen kann, bzw. wie ich meinen Weg gefunden habe. 

Heute ein liebevoller, aktiver und moderner Vater zu sein ist nicht einfach.
Man(n) steht vor modernen Problemen und alten Praktiken und vielen Vorurteilen. 
Etwas, was mich viel Kraft und Gesundheit gekostet hat.

Ich wollte nie wirklich Vater sein, Kinder bekommen. 
Aber ich nahm dieses Abenteuer auf mich auf und wollte mit aller Macht ein guter Papa zu sein. 
So sehr ich mich aber jeden Tag bemühte, je mehr scheiterte ich. 

Ich bin noch „erzogen“ worden, wenn auch sehr locker.
Bei meiner Mutter hatte ich viele Freiheiten, bin ohne Vater groß geworden.

Gehorsam war aber wichtig, sonst gab es Bestrafung.
Keine Schläge, soweit war meine Mutter auch schon, aber man kannte einfach keine andere Erziehung.

„Ein paar hinter die Ohren hat noch niemanden geschadet“ ist ein Satz, mit dem ich groß geworden bin. 
Regeln, Gehorsam, Belohnung und Bestrafung/Konsequenzen.  

Was anderes habe ich auch nie in meinem Umfeld gelernt und so habe ich es versucht an meine Kinder weiterzugeben. 
Allerdings ohne „Gewalt“. Das war für mich von Anfang an klar, selbst der „Klaps“ auf dem Po war tabu. 
Und so manifestierte sich bei mir auch die Meinung, eine Antiautoritäre Erziehung bring Arschlochkinder hervor, die nicht hören und nur Mist machen.
Ich lachte über die Stille Treppe. Was ich teils immer noch mache 😉

Aber irgendwie wollten da meine Kinder nicht mitmachen.
Sie „hörten“ nicht. Machten, was sie „wollten“. Von kleinen bis mittleren Mist. 
Jeden Tag ewige Diskussionen. Egal ob beim Zähneputzen, Aufräumen, gehorchen, Anziehen, umziehen, etc. 

Alles war ein riesiger Aufwand. Kostete viel Diskussionen und Nerven. 
Aus bitten wurden Befehle. Auf nicht gehörte Aufforderungen wurden Bestrafungen. 

Wurde nicht aufgeräumt, gab es keine Folge Peppa Wutz. 
Kein Zähneputzen, keine Geschichte. 

Es entwickelte sich dadurch über die letzten zwei Jahre bei mir eine völlige Überforderung.
Das Vater und Ehemann „da sein“ überforderte mich. Ich stand kurz davor das Handtuch zu schmeißen.
Jeder Streit, jeder Ausflug, einfach alles mit den Kindern überforderte mich.

Ich sagte links, sie gingen rechts. Alles brachte das Fass zum Überlaufen. 

Auch unsere Ehe litt sehr unter der Situation.
Mit den Kindern konnte ich mich nur noch brüllend unterhalten.

Ich arbeitete lieber 14 Stunden am Stück, als nach Hause zu kommen.
Aber ich wollte meine Frau nicht alleine mit allem lassen und war dennoch jeden Tag zu Hause.

Eine Spirale, die mich auch viel Gesundheit gekostet hat.
Ich bekam Bluthochdruck, musste Medikamente nehmen und erlitt nervliche Zusammenbrüche.

Ich war in einer Spirale aus der ich nicht mehr rauskam.
Auf Wochenenden, Urlaub und Feierabende konnte ich mich nicht mehr freuen.
Ich wollte nicht zu Hause sein, wollte aber auch nicht meine Frau damit alleine lassen.

Wir haben keine Paten oder Großeltern, wo wir sie regelmäßig parken können.
Da muss man als Vater seinen Mann stehen! Aber je ich mich einbrachte, je mehr sorgte es für eine schlechte Stimmung.
Wenn ich mit Freunden, Familie oder bekannten mich unterhielt, hörte ich oft nur: 

Jetzt stell dich nicht so an. Da muss man nun eben durch! So wie die Generationen vor dir auch!

Dass dieser Hinweis aber in keinster Weise das Problem löst, musste ich lernen.
Sich einzugestehen und auch da zuzustehen, dass eben nicht alles rosig ist – ist ein Lernprozess.

Auch, dass die ganzen anderen Familien auf die geschaut habe, die diese Probleme nicht haben, sie wohl doch haben. 
Sie nur anders verarbeiten. Die Väter ziehen sich zurück. Hinter Freunden, Sport, Alkohol, Handys, etc. 
Die Kinder werden viel vor dem Tablet oder TV geparkt oder man redet sich die Heile-Welt schön, überlässt vieles der Partnerin / dem Partner. 

Und heute weiß ich, dass es viele betrifft, die aber nicht gerne offen darüber sprechen. 
Sich zurück ziehen und es ihrem Partner überlassen. 

Andere Väter vor uns haben es ja auch geschafft!

Ja, Väter zu meiner Jugendzeit haben auch in der Kneipe den Abend verbracht.
Haben betrunken die Frau durch die Wohnung geprügelt und ihre Kinder oft nur am Wochenende gesehen. 

Aber wir Väter haben uns tatsächlich weiterentwickelt und mir ist die Bindung zu meinen Kindern wichtig.
Ich rede von echter Bindung. Eine, in der die Kinder sich auch von mir trösten lassen wollen. 
In der sie auch vertrauen zu mir haben. Mich gleichauf mit der Mama sehen. Und nicht nur als „Papa“. 
Eine, in der ich auch mehrere Tage ohne die Mama auskomme.

In der ich nicht nur anwesend bin, sondern aktiv dabei!

Zwar war ich auch mit meinen Kindern viel unterwegs, bin sogar alleine mit Ihnen in den Urlaub gefahren, aber es war einfach die Hölle. 

Oft „hörten“ sie nicht auf mich, machten „Blödsinn“ und „lernten einfach nicht dazu“. 
Egal was ich versuchte, am Ende und die Abende endeten nur noch mit viel schimpfen. 

Das war nicht schön, weder für mich noch für die Kinder. Aber ich wusste nicht warum. 

Letztes Jahr bin ich in einem Elterncafé in Ehrenfeld von einem Vater namens Jürgen angesprochen worden.
Es gäbe eine Vätergruppe in Köln. Väter die gemeinsam etwas mit Ihren Kindern unternehmen und sich austauschen.
Ob ich nicht auch daran Interesse hätte.

Er gab mir einen Flyer mit. Ich hatte mich in den Newsletter eingetragen und hier und da mal ein Väter-Café besucht.
Aber der Kontakt riss durch Corona ab, die Cafés wurden geschlossen.

Auch traute ich mich vor Ort nie offen über die Probleme zu sprechen. Über die Überforderung.
Ich dachte, ich wäre alleine damit, andere hätten dieses Problem nicht – schämte mich auch ein wenig.
Wusste nicht wie man dann mit mir umgeht. 

In der WhatsApp Gruppe war ich nicht, weil ich eine komische Sichtweise dazu hatte.
Ich konnte mich nicht mit Öko Papas und Helikoptervätern identifizieren.
Die hätten auch für meine Sicht kein Verständnis gehabt, in ihrer heilen Papa-Welt – so dachte ich zumindest.

Es war dieses Jahres im September, da stehe ich abends vor dem Gemeinschaftsraum unter meiner Wohnung und sehe den Vater Jürgen wieder, welcher mich seinerzeit im Café angesprochen hatte. Wie sich ausstellte, der Leiter der Kölner Väter e.V.

Ich sprach ihn an, wir kamen ins Gespräch und tauschten unsere Rufnummern aus.

Ich wurde in die Väter WhatsApp Gruppe aufgenommen.

An den Gesprächen nahm ich nicht teil, aber ich klinkte mich in die wöchentlich stattfindenden Online treffen ein.
Ein Väter Online Cafe, jeden Donnerstag Abend. 
Da bekam ich das erste mal mit, nicht alleine mit meiner Situation zu sein.

Dort waren auch andere Väter, mit gleichen Problemen. Und man hatte nicht nur Verständnis.
Man unterhielt sich über die Ursachen und man gab sich untereinander Tipps.
Es wurde respektvoll miteinander umgegangen. 

Der Initiator der Onlinetreffen (Jürgen) brachte auch immer einen Experten für ein Thema mit.
Egal ob Bindung zum Kind, Paartherapeut oder auch einfach nur einen Pädagogen.

Aber es waren keine Onlinevorträge, sondern jeder kam zu Wort und es wurde respektvoll miteinander gesprochen.
Tipps statt Vorwürfe.

Wie eine Art Treffen der „Anonymen Väter“ 🙂
Jede Woche. 

Seitdem habe ich in meiner eigenen Entwicklung als Vater, einen solchen positiven Sprung gemacht.
In den letzten 3~4 Monaten habe ich so viel dazu gelernt. 
Aus Hass und Überforderung gegenüber meinen Kindern und der Familie wurden Verständnis und Freude.
Dadurch nahm ich auch an den hier verbloggten Online Basteln und Backkursen statt.

Ich hätte mit der Hilfe, die ich dort angeboten und angenommen habe, die Quarantänezeit nicht überstanden.
Weder als Vater noch in der Ehe. 

Hätte ich diese Hilfe doch viel früher angenommen, so wäre vieles erspart geblieben. 
Und so hatten wir tatsächlich eine sehr angenehme Quarantäne.
12 Tage in der Wohnung eingesperrt und so gut wie keine Reiberei. 
Im Gegenteil, die Bindung zu uns ist noch mal immens gewachsen. 

Es war anstrengend und das muss ich noch mal haben, aber vor meiner Entwicklung wäre das nicht gut gegangen. 

Heute habe ich viel mehr Verständnis und verstehe, warum vieles so ist. 

Ein 2.5 Jahre altes Kind räumt nicht ungern auf. Es weiß gar nicht was „aufräumen“ ist. 
Es sieht darin keinen Sinn und Grund. Es will lieber Spielen.
Warum wegräumen, wenn doch später sowieso weiter gespielt wird. 
Da hilft es dem Kind verständlich zu machen, das wir dies jetzt wieder Reinräumen, weil der Staubsauger das sonst einsaugt. 
Oder Mama und Papa sich wehtun, wenn sie darauf treten. Wer ist schneller mit aufräumen, ich oder du? 
Und Zack ist aufgeräumt. Mit viel Freunde und Spaß. Ohne Stress. 

Viel Reden, Verständnis haben und verständlich machen. Erklären, warum jetzt etwas so ein muss. 
Nicht schimpfen, nicht druck machen. Erklären, Gefühle verbalisieren. 
Dinge akzeptieren. Sie machen es nicht mit Absicht, sie wissen es nur nicht anders. 
Nicht bestrafen, erklären und Konsequenzen aufzeigen. 

Mein Sohnemann wollte nicht die Zähne putzen. Nicht drohen, nicht bestrafen. Kein Druck aufbauen. 
Ich habe ihm einen Zahn von mir gezeigt und erklärt, dass der kaputtgegangen ist, weil Papa nicht richtig geputzt hat. 
Und schon putzt er mit uns die Zähne.

Egal ob abendliches umziehen oder tägliches Spiel. 
Vieles geht so viel einfach und schöner. 

Ich musste nur meine Sichtweise ändern.
Mich selber reflektieren und erkennen es an manchen stellen einfach falsch gemacht zu haben.
Über mein Ego und meinen Schatten springen. 
Hilfe und Ratschläge annehmen, egal wie meine Sichtweise dazu ist. 

Das schönste daraus durfte ich die Tage erleben.

Meine Tochter schrie meinen Sohn oft an.
Anstatt mit ihm beim Spielen zu reden, schrie sie ihn bei der kleinsten Unstimmigkeit an.
Und das wurde zu einem echten Problem. Sie haben oft mehr miteinander geschrien, anstatt miteinander zu spielen. 

Dass es aber nur ein Spiegelbild meiner selbst war, das war mir nie bewusst.
Jetzt, wo ich ruhig und verständnisvoll mit meinen Kindern rede und wir viel besser miteinander klarkommen, da klappt es auch bei den beiden. 

Letzte Woche beobachtete ich eine solche Situation.
Anstatt aus dem Nichts ihn sofort anzuschreien, sprach sie ganz ruhig mit ihm.
Erklärte ihm warum er das jetzt nicht machen sollte und bat ihn darum damit aufzuhören. 

Da wurde mir meine Spiegelbildfunktion noch mal bewusst und es war einfach toll mit anzusehen, wie weit diese Veränderung Früchte getragen hat. 

Lieber Jürgen, wenn du diese Zeilen liest, dann möchte ich mich hierfür bei dir bedanken. 
Für deinen unermüdlichen Einsatz, jeden Tag aufs neue Väter anzusprechen und in die Gruppe zu bringen. 
Dafür, dass du dir jede Woche die Zeit nimmst und alle Väter zusammen trommelst für das Online Väter Treffen.
Du nicht Müde wirst, jede Woche auch noch Experten ran holst.
Du immer ein offenes Ohr für betroffene Väter hast, Hilfe anbietest oder organisierst. 
Du tolle Veranstaltungen organisierst und selbst zur Pandemie und Lockdownzeit nicht aufhörst.
Stets Leben in die WhatsApp Gruppe bringst. 

Ohne deinen Eifer, die tolle Gruppe und deine Hilfe wäre ich als Vater sang- und klanglos untergegangen. 
Danke 😉

Ich bin noch lange nicht „fertig“ und muss noch viel lernen. Es kommen auch mit steigendem Alter neue „Probleme“ auf mich zu.
Aber ich bin froh diese Hilfe zu haben und schaue nicht mehr mit so viel Sorge in die Zukunft, da es diese tolle Unterstützung gibt.

Ich bin mittlerweile richtig stolz, ein solch toller Papa zu sein 🙂

Leave a Comment

Waffeln backen mit den Kindern

Jeder zweiter Montag ist bei uns zum Papatag geworden. Meine Frau muss dann länger arbeiten und ich hole die Kinder ab.

Gestern habe ich spontan mit Ihnen Waffeln gebacken.

Mir wichtig, wie ich es von meiner Frau gelernt habe, die Kinder mitmachen lassen. Komplett involvieren.

Das macht richtig Spass. Den Kindern und dem Papa 😉

3 Comments