In der Klinik hatte ich ein kleines, aber feines Zimmer für 7 Wochen.
Dusche und Klo waren auch mein eigenes. Ich muss sagen, dass ich mich in dieser kleinen Zelle echt wohlgefühlt habe. Aber ich war auch nicht viel drin. Meist nur zum Duschen oder Schlafen. 😉
Das ich selbst mal so minimalistisch Glücklich bin, hätte ich nicht gedacht.
Während meiner Abwesenheit hat meine Frau eher durch Zufall entdeckt, dass es für das Ikea-Bett unseres Sohnes eine Wand gibt. Praktisch, weil man nicht nur etwas dranhängen kann, sondern auch die Tapete dahinter nicht so in Mitleidenschaft gezogen wird.
Das Kopfteil kostet neu 100 € und die Seitenwand 150 €. Meine Frau, so lieb wie ich sie habe, hat das Kopfteil für 15 € erhalten und die Seitenwand kostenlos, weil dort im Mittelteil Schrauben gefehlt haben.
Die konnten wir aber kostenlos über Ikea (Link) neu bestellen. Was noch provisorisch auf der Leiter liegt, wird noch ordentlich befestigt, und dann hat unser Sohn auch eine Betthöhle.
Die kleinen Lampen werden via solar aufgeladen. Das sieht abends richtig schön aus.
5 Wochen haben wir zu dritt verbracht, die sechste zu zweit und ich die letzte alleine.
Dank euch habe ich in den Wochen mehr Sport gemacht als in den vergangenen Jahren alleine. Dank euch habe ich den Schweinehund überwunden. Dank euch geht es mir heute gut.
Die zwei Personen haben mit mir die Reha begonnen und wir verstanden uns gleich von Anfang an.
Wir haben nicht nur viel gelacht, sondern uns auch zusammen ganz viel motiviert, fast jeden Tag tausende Schritte zu machen. Nicht schwach zu werden und Gewohnheiten zu etablieren.
Danke für diese tolle Zeit! Ich vermisse die Zeit und euch sehr!
Ich bin in den vergangenen Tagen oft gefragt worden, wie meine Kur war und wie sehr ich mich dort erholen konnte.
Dabei war ich garnicht in einer „Kur“. Ich war in einer Reha(bilitation)
Eine Kur dient der Vorsorge und der Erhaltung der Gesundheit. Sie festigt den Gesundheitszustand und hilft, beginnende Beschwerden zu beseitigen.
Die Reha dient der Wiederherstellung der Gesundheit nach oder während einer Erkrankung, welche die Betroffene oder den Betroffenen seelisch, körperlich oder geistig beeinträchtigt.
Ich könnte jetzt eine Kur oder Urlaub von/nach der Reha gebrauchen. 😂 Ich habe die 7 Wochen voll ausgenutzt, mich wieder fit zu machen.
Mittlerweile kann ich mir eingestehen, dass ich mich bis dahin sehr habe gehen lassen. Und jeder Schritt dort fiel mir anfangs schwer. Was habe ich am Anfang viel geflucht. Aber dank meiner sportlichen „Kameraden“, die ich dort kennengelernt habe, bin ich innerhalb weniger Wochen wieder fit geworden, und das hat mir sehr gut getan.
Die verlorenen 15 Kilo in der Zeit sind nicht durch die verordneten 1–2 Sporteinheiten am Tag gekommen. 😉 Ich bin fast jeden Tag aus freien Stücken (wenn es nicht wieder 36 Grad waren oder wie aus Eimern regnete) spazierwandern gegangen.
Die Klinik lag auf einem Berg. Das bedeutet, die Hälfte der Strecke/Schritte war immer Berg runter oder Berg rauf angesagt! Das hat meiner Fitness noch mal einen Schub gegeben.
Es gab oft die Versuchung, einfach bei den anderen sitzen zu bleiben. Nichts zu tun, außer quatschen und snacken. Eine Kur daraus zu machen.
Und wo wir beim Essen sind: Klar habe ich dort gesundes Essen vorgegeben bekommen. Aber es hätte mich auch keiner daran gehindert, wie manch anderer, dort weiterzuschlemmen.
Es gab genug Verführungen. Aber ich habe trotz der vielen Bewegung es dort geschafft, auch durch meine Disziplin, mich jeden Tag daran zu halten.
Kurz gefasst: Ich war fleißig und es war keine Erholungsparty.
Unsere Große war während meiner Reha zwei Wochen auf Sommerferienfahrt mit unserer Gemeinde in Dänemark. Das Ganze unter dem Namen Kila 2025.
Das erste Mal zwei Wochen ohne ihre Eltern und das ganz weit weg. Am Freitagabend konnten wir sie dann wieder in Empfang nehmen.
Wir sind natürlich stolz auf sie und wenn alles gut geht, fährt unser Sohn nächstes Jahr die zwei Wochen mit 😂 Dann haben wir 2 Wochen im Sommer Kinderfrei 😉
Seit Mittwoch bin ich wieder zurück in Köln. 7 Wochen war ich nun in der Reha.
7 Wochen, die mir gefühlt wie 3 Wochen vorgekommen sind. Und ich werde sie vermissen. Das Training, das Essen, die Menschen, der Ort, die Wanderungen, die Sonnenuntergänge und vieles mehr.
Ich habe wenig gebloggt, weil ich immer unterwegs war. Ab nächster Woche hat der komplette Alltag mich wieder. Bis dahin werde ich mal versuchen, meine private Bildergalerie durchzuarbeiten und vereinzelte Blogbeiträge daraus zu machen, die ich geplant über die nächsten Tage automatisch posten.
So mitten in unserem Alltag hatten wir plötzlich wieder einen Hochzeitstag. 😂
16 Jahre haben wir nun. Gefeiert haben wir es dieses Jahr nur zusammen mit einem gemeinsamen Frühstück in meinem Lieblingskaffee. Der Tag und die Tage darauf waren mit Familienterminen vollbestückt 😉
Kleiner Filmtipp am Rande. Ich war in „Die nackte Kanone“.
Ich wollte ihn im Kino sehen, weil man da „zusammen“ lacht. Aber ich war auf Reha. Also habe ich ein paar liebe, aber genauso Bekloppte wie mich zusammengesucht und bin da rein.
Ich hatte schon etwas Albernes, Slapstick befürchtet, aber habe durchgehend gelacht und man hat das Ganze echt in einem modernen Film verpackt.
Dann habe ich mich dazu verleiten lassen, am nächsten Tag in „Das Kanu des Manitu“ zu gehen.
Hier hat sich nichts verändert. Der gleiche Slapstick und Humor wie vor 20 Jahren.
Den werde ich kein weiteres Mal schauen. Aber die nackte Kanone auf jeden Fall noch mal.
Ich habe schon viel gelernt in dieser Zeit. Über Medikamente, Sport, das Abnehmen und alles, was dazu gehört. Über die Zusammenhänge mit psychischen Erkrankungen und vielem mehr. Vieles über die Diabetes und die vielen Erkrankungen.
Was für mich aber prägender war und ist, sind die vielen und tollen Gespräche mit den anderen Patienten hier. Durch deren persönliche Erlebnisse mit den vielen Krankheitsbildern durch das Übergewicht und Diabetes. Wohin das führen kann und warum ich mittlerweile dankbar bin, dass ich noch die Chance habe, das Ruder umzudrehen. Vor allem bin ich meinem Körper dankbar, dass er schon so vieles so lange mitgemacht hat.
Mir geht es hier ausgezeichnet und die nächsten 3 Wochen werde ich weiterhin voll ausnutzen.
10 Kilo sind mittlerweile runter. Fucking 10 Kilo. Ja, das liegt auch an dem hier angepassten Essen. Auch an den Sporteinheiten. Aber ich gehe hier aus eigener Motivation 3–5 Mal die Woche 7,3 Kilometer wandern. Statt in der Lobby zu sitzen und Kaffee zu trinken. Und ich liebe es. Ohne Stress, in meinem Tempo. Jeden Tag bin ich ein Stück süchtiger nach „Wandern“ gehen.
Auch auf meine Schritte bin ich sehr stolz, die ich hier vollbracht habe.
Meine Vitalwerte haben sich in dem einen Monat schon verbessert. Passend hat sich heute Morgen meine Apple Watch gemeldet, dass neue Auswertungen vorliegen.
Wie ich hier in einem Vortrag gelernt habe, habe ich nicht trotz Sport, sondern aufgrund von Sport einen besseren Ruhepuls. Weil mein Herz jetzt wieder besser pumpt, muss es nicht mehr „mehr“ schlagen.
Meine Cardiofitness ist auch deutlich gestiegen, was dringend notwendig war, weil sie tief unter dem Normalbereich liegt.
Allein was ich hier freiwillig an Treppen mittlerweile laufe.
Die Frage, welche immer wieder aufkommt, ist: Wie geht es zuhause weiter?
So langsam fange ich an, dafür einen Plan zu erstellen. Das erste Thema wird Bewegung sein. Viel mehr Bewegung. Aber im Alltag. Ich werde kein Fitnessstudio besuchen. Das hat in den vergangenen Jahren schon nicht geklappt. Die Sportaktivitäten hier sind gut, aber für mich zu Hause nicht umsetzbar. Aber ich werde viel mehr zu Fuß erledigen. Mehr Fahrrad fahren. Nach Feierabend auch einfach mal spazierengehen. Ich stelle auch fest, wie gut das meiner Psyche tut.
Ziel 1: Jeden Tag 10 000 Schritte. Ohne Wenn und Aber! Und wenn ich abends noch mal eine Runde spazieren gehen werde!
Was das Essverhalten angeht, hat bei mir ein Umdenken stattgefunden. Ich bin mir hier meiner Krankheit Diabetes sehr bewusst geworden. Bei den Vorträgen und Menschen, die ich hier kennengelernt habe, merkte ich richtig, wie ich das Thema immer heruntergespielt habe. Dass dringend Handlungsbedarf bestand, hat mein Arzt immer wieder gesagt. Aber ich habe es ignoriert.
Ich fühle jetzt auch, wo der Hund meiner Esssucht begraben liegt. Hier ist es noch einfach, dies täglich zu meistern. Hier werde ich perfekt gesund bekocht. Zu Hause jedoch muss für mich ein Umdenken stattfinden. Auch unsere Kinder müssen dadurch 😂 Aber hier habe ich verstanden, wo meine Esssucht herkommt. Und das werde ich zu Hause weiterführen. Dieses Wissen dafür wird mir auch in den nächsten Wochen noch vermittelt.
Die Alternative ist, ich mache weiter so wie vorher und werde noch kranker. Bis es nicht mehr lebenswert ist. Das möchte ich um jeden Preis vermeiden.
Etwas, was es wohl oft in Kurgebieten gibt, sind Kneippbecken. Kaltwasserbecken, in denen man seine Füße und Arme steckt.
Nach langen Wanderungen ist das eine echte Wohltat.
Vor allem wenn nach 13 Kilometern die Beine brennen und man sie in eiskaltes Wasser steckt. Solltet ihr mal ein solches Kneippbecken sehen, probiert es 😉
Hier in der Reha habe ich das Wandern und Spazierengehen wieder für mich neu entdeckt. Wenn ich keine Vorträge oder Anwendungen habe, bin ich unterwegs. Meistens gehe ich Wanderwege jeglicher Art spontan entlang.
Dabei habe ich tolle Landschaften entdeckt. Hier ein
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