Ich muss immer wieder schmunzeln, wenn ich diese Buswerbung der KVB sehe.
Ja, ich merke es daran, dass mein Auto nicht zu spät kommt, nicht vollkommen überfüllt ist, es darin nicht stinkt, ich nicht vom Sitz falle, weil ein testosterongesteuerter Fahrer hinterm Lenkrad sitzt, nur meine Musik läuft, mich niemand anbettelt, mir niemand zu nah kommt und die Klimaanlage funktioniert.
Ich meine, ich fahre ohnehin fast nie mit dem Auto, und das Foto ist auch mit dem Fahrrad entstanden. Aber selbst da sitze ich lieber drauf, als in diesen Bus einzusteigen.
In nächster Zeit werde ich wohl nicht müde, mich über die öffentlichen Verkehrsmittel in Köln aufzuregen.
Klassischer Feierabendverkehr. Überfüllte Bahnsteige und Chaos auf den Straßenbahngleisen.
Als ich herunterkam und dieses Schild sah, dachte ich: „Cool, in einer Minute kommt meine Straßenbahn.”
Nach zehn Minuten habe ich dieses Foto gemacht, weil immer noch keine Bahn kam. Also bin ich wieder aus der U-Bahn-Station raus und mit einem E-Scooter im Regen nach Hause gefahren.
Ich konnte mir aussuchen, ob ich drinnen oder draußen nass werden wollte. Dieses Mal habe ich mich für draußen entschieden.
Ich hätte auch die gleiche Bahn drei Minuten später nehmen können, aber ob diese auch wirklich drei Minuten später gekommen wäre, hätte der Zufall entschieden.
Außerdem hätte ich nicht gewusst, ob diese Bahn auch wirklich bis zu mir nach Hause fährt und mich nicht, wie in der Woche davor, einfach schon vorher rauswirft und dann umdreht.
Nächste Woche soll das Wetter trocken bleiben. Ich hoffe es, dann kann ich die Hälfte der Strecke zumindest zu Fuß gehen, wenn nicht sogar die ganze.
Ich bin erst seit einer Woche mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (KVB Köln) zur neuen Arbeit unterwegs und habe bereits die geballte Inkompetenz der KVB zu spüren bekommen.
Ein Beispiel von Donnerstag: Ich gehe von meinem Arbeitsplatz aus 30 Minuten zur Bahnhaltestelle. Es fährt auch eine Bahn direkt von meiner Arbeit nach Hause, aber ich möchte lieber meine Schritte sammeln. Zumindest möchte ich einen gewissen Bereich zu Fuß gehen, dazu später mehr.
Als ich an der Haltestelle ankam, sah ich das:
Die vor einigen Jahren eingeführte „Echtzeitanzeige“ schafft es bis heute nicht, die einfahrenden Bahnen richtig anzukündigen.
Wie hier auf dem Bild zu sehen ist. Sie sollte in fünf Minuten kommen, war aber schon da. Sie war so voll, dass ich auf die Bahn in acht Minuten gewartet habe, die dann aber nicht kam. Die Anzeigetafel ist ein Witz. Die dort angezeigten Daten stimmen überhaupt nicht mit der Realität überein.
Mit offensichtlichen Fehlern offen und ehrlich umzugehen, statt andere für dumm zu verkaufen, ist nicht jedermanns Sache. Da beschönigt man lieber mit dem Begriff „technische Verbesserung”.
An dem Morgen fiel auch meine Bahn zur Arbeit aus. Die nächste war überfüllt und draußen regnete es in Strömen. Da kann man sich aussuchen, ob man von außen oder von innen nass wird.
Ich entschied mich für einen Platz im Innenbereich und kuschelte mich zu den anderen Fahrgästen. Später stieg ein vermutlich obdachloser Rollstuhlfahrer ein. Er quetschte sich rollend durch die Menschen und fragte nach einer 2-Euro-Spende.
„Haste mal nen Euro?“ hat wohl die Inflation gekillt …
Als er auf meiner Höhe war, kam mir seine mangelnde Körperhygiene unter die Nase. Ich bin echt nicht empfindlich, aber mein Körper hat sich geweigert, weiterzuatmen. Ich stand zwischen Atmen und Kotzen oder Nichtatmen und Umkippen. Also stieg ich an der nächsten Haltestelle aus
Da saßen dann schon Junkies im Treppenaufgang und konsumierten irgendetwas durch eine Pfeife. Morgens um 7:30 Uhr. Ich dachte immer, Junkies schlafen zu dieser Zeit noch.
Da die KVB so viel für das Wohlbefinden und die Sicherheit an Bahnhöfen tut, habe ich mich entschieden, ab sofort auch morgens im Regen zur Arbeit zu Fuß zu gehen, statt mit der KVB durch den „Drogensumpf” der Haltestelle zu fahren.
Wie kompetent und serviceorientiert unsere KVB ist, zeigt sich auch im Feierabendverkehr. Sie tun alles, um die vielen Menschen in den Stoßzeiten zu befördern. So fahren die Züge statt im 10-Minuten-Takt, der um diese Zeit oft zu wenig ist, lieber im 30-Minuten-Takt.
Wie ein sehr guter Freund immer zu mir sagt: „Der Drecksladen!“ Ich kann es jeden Tag ein Stück mehr verstehen!
Als ich an einer Straßenbahn vorbeigegangen bin, habe ich mich erneut gefragt, ob das KVB-Personal eine spezielle Fortbildung für das Anbringen der „Tür defekt“-Schilder erhält oder ob dies einfach nur der Ausdruck der Genervtheit über den eigenen Job war.
So schlecht wie die KVB organisiert ist, sind auch deren Apps gebaut.
Meine Meinung: Da saß jemand – der das App-Projekt leitete – und sagte: „Die darf nicht besser funktionieren als unsere Verkehrsbetriebe!“
Anders kann ich es mir nicht mehr erklären. Auch wenn ich die Idee unserer Verkehrsberiebe gut finde, meine Fahrten nicht pauschal, sondern via Luftlinie abzurechnen, so ist dies für mich echt schlecht gelöst, wenn die App einen einfach ausloggt.
So passiert, diese Woche an einer Haltestelle. Ich wollte mich einbuchen und öffnete die App. Wie auch schon sehr oft bei der KVB App, ich bin ausgeloggt. Warum deren Apps das einfach machen ist mir ein Rätsel.
Das ist für viele schon ein Problem. Ich habe einen Passwortmanager, also klick und Login.
Aber ich kam nicht rein, bis ich den Hinweis sah, dass mein Kennwort abgelaufen ist und ich eine E-Mail anfordern soll, um ein neues Kennwort zu vergeben.
Hier und jetzt! An der Haltestelle! Während die Bahn einfährt.
Gestern konnte ich mich noch anmelden und erhielt weder in der App noch per E-Mail einen Hinweis, dass mein Passwort abläuft.
Hey, ***** euch! Wer kommt auf eine solche Idee? Soll ich jetzt nicht einsteigen und erst mal das mit meinem Passwort regeln? Im Regen, auf dem Weg zur Arbeit. Nächste Bahn in 20 Minuten?
Ich konnte das schnell lösen, weil ich auch seit 30 Jahren ein Nerd bin. Aber der einfache User nicht.
Seit Anfang des Jahres habe ich kein Deutschlandticket mehr. Dafür kaufe ich mir Einzeltickets oder nutze andere Verkehrsmittel. So der Plan, um zu schauen, ob ich dadurch flexibler bin und weniger Kosten habe.
Ich bin im Januar und Februar nur Bahn gefahren, ich musste keinmal auf ’nen Roller, Fahrrad oder Leihauto umsteigen.
Im Januar waren es 40,07 €. Im Februar, bei besserem Wetter, nur noch 21,66 bis jetzt. Auf jeden Fall unter den aktuellen 63 €.
Ich stehe in der Bahn und mir gegenüber ist eine defekte Türe.
Das sehe ich bei unseren öffentlichen Verkehrsmitteln oft. Je länger ich darauf schaue, desto mehr drängt es mich, den Aufkleber abzunehmen und „richtig“ wieder draufzukleben.
Wie kommt es dazu? Warum? Darf eine Kita das bei ihrem „Betriebsausflug“ draufkleben?
Auch bemerkenswert finde ich, dass manche Menschen diese Schilder nicht wahrnehmen und trotzdem vor der Türe stehen und sich dann darüber ärgern. Ich hatte auf jeden Fall keine Langeweile während der Fahrt. 😂
Mein Spazierwanderbuddy hat einen Begriff für sich erfunden im Zusammenhang mit unseren öffentlichen Verkehrsmitteln. Daran musste ich denken, als ich mit Krücken an der Bahn Haltestelle stand.
Unser öffentlicher Verkehrsbetrieb ist manchmal ein Glücksspiel.
Jede Woche Mittwoch muss ich nach Ehrenfeld. Die Hälfte der Strecke fahre ich mit der Bahn, weil ich es komplett zu Fuß nicht pünktlich schaffe.
Mit mir machen eine Menge Menschen um 16:00 Uhr im Industriegebiet Feierabend. Viele wie ich schaffen es, in 8 Minuten an der Haltestelle zu sein und die Bahn um 16:08 Uhr zu nehmen. Der zweite Schwung Menschen nimmt die um 16:18 Uhr.
Richtig schön ist es, wenn die um 16:08 Uhr ausfällt, dann ist die um 16:18 Uhr randvoll.
Und so war es am Mittwoch mal wieder. Warum auch immer, war die um 16:08 Uhr nicht vorhanden und die um 16:18 Uhr überfüllt.
Da fiel mir auf, dass schon in 3 Minuten die nächste kommen sollte.
Und hier beginnt das Glücksspiel. Kommt sie wirklich? Ist es ein Anzeigefehler oder parkt sie an unserer Endhaltestelle?
Soll ich in die überfüllte Bahn steigen oder drei Minuten warten und hoffen, dass die nächste kommt?
Wenn ich der Öfi Betrieb wäre, hätte ich die „3 Min“ gestrichen und sie als „16:32 Uhr“ Bahn eingesetzt, satt sie leer hinter der „sofort“ Bahn fahren zu lassen.
Ich habe darauf gepokert, dass die 3-Minuten-Bahn kommt, und hatte recht. So bin ich in einer leeren Bahn nach Ehrenfeld gefahren. Die Menschen, die danach kamen, mussten 23 Minuten auf eine wieder überfüllte Bahn warten. Welcome to KVB
Dass gleich drei Straßenbahnen hintereinander kommen (wo wahrscheinlich vorher drei Straßenbahnen gefehlt haben) oder unsere schönen Straßenbahnhaltestellen.
Ich habe das Deutschlandticket zum 31.12. gekündigt. Nicht weil es nächstes Jahr teurer wird. Sondern, weil ich es einfach kaum nutze.
Die Arbeitsstrecke gehe ich mittlerweile jeden Tag zu Fuß. Gelegentlich nutze ich die KVB mal, aber dafür habe ich mich dann bei eezy.nrw angemeldet. Da wird nach Fahrt abgerechnet und das Maximum ist gedeckelt auf die Kosten eines Deutschlandtickets. In der Regel fahre ich auch nicht raus aus Köln.
Wenn ich mal nicht mehr gehen möchte, so wie die Tage in Ehrenfeld. Da hatte ich 20.000 Schritte voll und wollte nur noch nach Hause. Bahn fiel mal wieder aus. Die nächste zu voll. Da habe ich mir einen E-Scooter genommen. Hat mich 3,80 € gekostet.
Und so werde ich lieber die vielen Fahrräder und E-Scooter Dienstleister nutzen und wahrscheinlich am Ende nicht teurer sein als mit dem Deutschlandticket.
Apropo Fahrräder. In Köln bekommt man mit einem Deutschlandticket „gratis“ die Möglichkeit, auch die KVB Fahrräder zu nutzen. Dafür muss man nur die KVB App mit Nextbike App verbinden. Das habe ich mit vielen Telefonaten und E-Mails versucht. 2 Monate geht das jetzt schon. Warum, weiß keiner. Das ist halt der gleiche Service wie bei der KVB selbst. Aber ist mir jetzt auch egal. Ende des Jahres ist das Thema eh erledigt.
Wenn es draußen trocken ist, gehe ich ja mittlerweile fast alles zu Fuß. Und so musste ich beim Vorbeigehen an einer Bahnhaltestelle schon etwas schmunzeln.
Unsere Kölner Verkehrsbetriebe sind zuverlässig unzuverlässig. Bin ich froh darauf weiterhin nicht angewiesen zu sein.
Nun fahre ich seit einiger Zeit wieder vereinzelt Straßenbahn und Bus. Also nicht ich, sondern ich fahre mit. 😉 In der Regel stehe ich. Ich mag mich nicht zu den anderen auf die Sitzplätze quetschen.
Und wenn man in Köln in der Bahn oder im Bus steht, sollte man sich besser gut festhalten. Ich habe einen guten Stand. Aber gefühlt ist es mittlerweile so schlimm geworden, dass ich an manchen Tagen mich massiv festhalten muss, um nicht umzufallen.
Das bestätigte mir jetzt auch ein Freund, der regelmäßig mit der Bahn fährt und dies auch beobachtet hat. Er kannte dazu auch einen Begriff.
Testosteronfahrer
Junge Männer, die mit ihrem Hormonstau das Gas- und Bremspedal malträtieren.
Und so kommt es oft vor, dass die Bahnen viel zu schnell an Haltestellen hereinfahren und eine regelrechte Vollbremsung machen. Und das Haltestelle für Haltestelle. Gerade wenn vorher „unvermeidlich“ zwei Bahnen ausgefallen sind und man nicht mal mehr eine freie Stange zum Festhalten hat.
Und diese aggressive Fahrweise löst in mir – während ich durch die Bahn/den Bus geschleudert werde – eine regelrechte Wut auf den Fahrer aus. Weil dafür kann er etwas.
Apropos Fahrer. Neulich machte sich ein Typ „Bauchtasche und Baseballkappe der Marke Gucci, Röhrenjeans, fein ausrasierter Seitenscheitel und dicke Silberkette“ an unserer Endhaltestelle an einer Bahntüre zu schaffen. Ich wunderte mich schon, warum der Bahnfahrer aus seinem Führerstand nicht einschritt, bis ich bemerkte, dass es der Fahrer selbst war. Er reparierte gerade die Türe …
Da merke ich, dass ich alt bin. Ich bin in einer Zeit groß geworden, in der Bahnfahrer immer an der Kleidung zu erkennen waren. Gerade für Touristen und andere Hilfesuchende ist das sehr praktisch.
Aber gut, die KVB ist wahrscheinlich froh, dass überhaupt noch jemand diesen Job machen möchte. Dann dürfen es auch Rallyefahrer sein.
Anfang der Woche ist mir aufgefallen, dass unsere Köln‑Verspätungsbetriebe an der Anzeigetafel nun auch anzeigen, wenn eine geplante Bahnfahrt ausfällt, statt diese kommentarlos zu streichen.
Ändert aber nichts am Umstand der Dauerverspätungen und Dauerausfälle. Ich bin zum Dank nicht darauf angewiesen und so einfach weiter zu Fuß zur Arbeit gegangen. Waren dann für mich mehr Schritte an dem Tag. 😉
Als dann aber die vermeintlich ausgefallene Bahn an mir vorbeifuhr, fragte ich mich schon, wie das sein kann. Die sind alle miteinander vernetzt und dennoch stimmen so oft die Anzeigen an der Tafel nicht.