Ich versuche es mal etwas kürzer zu fassen, in dem ich ein Fallbeispiel nenne.
Ob es so 100 % gelaufen ist – kann ich nicht sagen, aber die Vermutung liegt nahe.

Ein Großkunde will alle sanitären Räume eines Objektes sanieren.
Man setzt sich mit Architekten und Planern zusammen.

Unter anderen entscheidet man sich für diese Armaturen, diese Toiletten und das Waschbecken.
Weiterhin findet man diese blauen Papierhandtuchspender von Hewi toll und entscheidet sich auch dafür.

Man schickt diese Auflistung an alle bekannten Handwerker in der Umgebung und lässt sich die Arbeit anbieten.

Die Angebote kommen zurück und der billigste bekommt den Zuschlag.
Nicht nur weil man sparen will, bei „öffentlichen“ Ausschreibungen muss der Günstigste genommen werden!

Die Handwerker machen Ihre Arbeit und stellen das in Rechnung.

Das soweit meiner Vermutung.
Nun das was dann passiert ist und mich zu meiner Vermutung kommen lässt.

Wir wurden dann vor einigen Wochen gerufen, weil einer der Handtuchspender defekt war. Außerhalb der Gewährleistungen des Montagebetriebes!

Diesen sollten wir daher bitte reparieren, bzw. ersetzen.
Wir fahren zum Kunden und stellen fest, da muss ein neuer hin.

Kunde bittet darum, dass der gleiche hin kommt.
Mitarbeiter wundert sich, weil der – den er da in der Hand hält – hat keinerlei Typenbezeichnung draufstehen.

Beim Kunden nachgefragt – der meinte es ist vom Hersteller Hewi.
Ich mache ein Foto und sende es an Hewi um den genauen Typen zu bestimmen.

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Hersteller sagt “Nein, nicht von uns”.
Beim Kunden noch mal nachgefragt – ob er sich sicher sei, dass es Hewi ist.
Kunde faxt uns die Rechnung des Handwerkers zu. Auf der steht ganz klar Hewi drauf.

Dann habe ich mich mit meinen Ersatzteil Shop Kollegen zusammengesetzt, den Produktkatalog durchgewühlt und nach dem Papierhandtuchspender gesucht  – der auf der Rechnung steht und siehe da, wir waren fündig geworden.

Diesen haben wir dann bestellt und er kam auch an.

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Hmmm.. sieht irgendwie anders aus. Ist aber genau der von der Rechnung. Auch kein Nachfolgemodel!

Als “privater” Kunde in seinem Badezimmer, da erkennst du noch den Unterschied. Bzw. da fällt dir auf das Du nicht das bekommen hast was du da bestellt hast.
Aber in dem Fall – wird wahrscheinlich derjenige nicht mal die Bauabnahme gemacht habe, der auch die Dinger ausgesucht hat.

Und so hängen eben in dem Objekt nicht die Original ausgesuchten und auch in Rechnung gestellten Papiertuchspender an der Wand, sondern billige Imitate!

Der die Abnahme macht, der schaut nur, ob dort Blau-Weiße Papiertuchspender hängen, die den Maßen ca. entsprechen.

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Gut, Schnell + Billig funktioniert eben nicht, wie Holger so schön schrieb ;D

4 Kommentare
  1. Andreas
    Andreas sagte:

    Nein … das ist der Alltag. Wenn es ein öffentlicher Auftraggeber ist, wird es wohl besonders leicht sein, dies so zu machen. Und bei Konzernen ist es sicher ähnlich. Das Traurige daran ist, dass der Preisdruck/ die Gesetze (VOB) usw. usf. dies quasi erzwingen. Die „Handwerkerehre“ (falls es die noch gibt) bleibt dann auf der Strecke … schade!

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  2. Ralfi
    Ralfi sagte:

    Tja, was meinst Du, wie oft ich schon vor „unseren“ Anlagen gestanden habe und das einzige Teil von uns war der Raumfühler. Kein Verteiler, kein Rohr, gar nix von uns. Aber bei dem Endkunden (der das Haus von einem GU oder „gebraucht“ gekauft hat) auf der Rechnung steht FBH Fabrikat: Typ3Typ. 🙁

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  3. Yellow
    Yellow sagte:

    „Die Angebote kommen zurück und der billigste bekommt den Zuschlag.
    Nicht nur weil man sparen will, bei „öffentlichen“ Ausschreibungen muss der Günstigste genommen werden!“
    Das ist ein weit verbreiteter Irrtum, daß der „billigste genommen werden muß“. Leider geschieht das i d R genau so, weil, viele kommunale Entscheider selber keine Ahnung haben, aber in wirklichkeit muß das wirtschaftlichste Angebot genommen werden. Und das ist nunmal selten das Billigste! Sehen wir ja oben…

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