Wir hatten schon länger das Problem, das unser Warenwirtschaftserver bzw. deren Festplatten an Ihre Leistungsgrenze stießen. Aufgrund unserer steigenen Datenmengen und neuen Mitarbeitern, brauchte es beim täglichen Arbeiten immer länger Vorgänge durchzuführen.

Wir haben zwar schon die Enterprise Festplatten von Western Digital verwendet, aber auch eine „Nadelfestplatte“ hat irgendwann ihre Leistungsgrenze bzw. Zugriffszeitgrenze erreicht.

Zwei Möglichkeiten gab es nun für uns. Raid 10 – also mehrere Festplatten im Verbund oder die vorhandenen im Raid 1 auf SSD umrüsten.

Nun haben wir aber das Problem, das unser Server nicht dafür gebaut ist.

Die Festplatten sind kleiner als die vorherigen Platten.

Adapterrahmen von 3,5 Zoll auf 2,5 Zoll passen nicht, die SSD muss spack am Rand anliegen – um sie mit dem Rahmen rein und raus schieben zu können.

Siemens Fujitsu besitzt für diese Serverreihe keine Umbausätze. Unser EDV Partner konnte uns auch nur einen neuen Server anbieten oder eine komplett neue Backplane für den gleichen Preis.

Des weitern könne man uns aber nicht Garantieren, ob das dann auch alles läuft, ob die Software überhaupt besser auf SSD Platten funktioniert.

Zum guten Schluss müsse man auch alles neu installieren, da ja das gesamte Raid neu aufgebaut werden muss.

Das war alles eine unzufriedenstellende Lösung. Neuer Server oder neue Backplane würden knapp 800 ~ 900  Euro kosten. Da habe ich noch keine SSD.

2x 512 GB und 2x 265 GB SSD von Samsung in der Pro Serie veranschlagen ja auch nochmal rund 850 Euro.

Oder komplett neues Raid System. Also von 1 auf 10 und dadurch viele neue HDD Festplatten.

Dann muss alles neu installiert werden, also unsere komplette Domäne und Warenwirtschaft.

Also ließen wir es erst mal und ein weiteres Jahr verging. Mittlerweile sind mehr Mittarbeiter und mehr Daten dazu gekommen. Das Wintergeschäft stand vor der Türe, also musste eine Lösung her!

Am Samstag habe ich dann einen unkonventionellen Weg gewählt – der dafür aber richtig gut funktioniert!

Ich entschied mich auf SSD Festplatten umzusteigen. Die für uns günstigere Lösung, um die Zugriffszeiten zu erhöhen.

SSD Platten stecken auch schon lange nicht mehr in den Kinderschuhen. Zu mindestens nicht die Samsung Serie. Seit einem Jahr läuft unser Onlineshop schon auf einer und auch dort war der Schritt das beste was passieren konnte.

Ich entschied mich für die neue 850ér Samsung Pro, dort gibt es nun auch die 10 Jahre Garantie. Ich selber setze die Evo Serie schon seit 2 Jahren erfolgreich auf diversen Laptops und Clients ein und alle sind mit dem Geschwindigkeitsschub glücklich.

Zurück zum Server.

1. Problem: Die Rahmen von 3,5 Zoll auf 2,5 umrüsten.

Lösung: Platte festgeklebt. Punkt!

20141122_140957

Bohrlöscher wären nicht gegangen, also haben wir es so realisiert und das hält bombenfest und die Platten können rein und raus geschoben werden.

2. Problem:

Nun galt es, das System so auf die Platten zu bekommen – wie vorher.
Fertig installiert.

Wir setzen als Datensicherungssoftware unter anderem „Drivesnapshot“ ein.
Super Software. Damit ein „Image“ also eine Kopie der Originalfestplatte erstellt und auf die SSD zurück gespielt.

Die knapp 400kb große .exe macht das echt schnell und zuverlässig.

3. Problem: Neuer Raid 1 verbund.

IMG-20141122-WA0024

Also beide Raids auf 1 neu aufgebaut, aber ausgewählt das er die Platten nicht löschen soll.

Problem 4: Windows 2008 Bootsector Fehler (0xc000000e) beheben.

IMG-20141122-WA0040

Das habe ich dann damit behoben, das ich mit der Windows 2008 DVD nur eine Reparatur ausführen musste.

Thema erledigt.

Jetzt haben wir für wenig Geld und Aufwand einen echt flotten Server, der weder neu bestellt – noch umgebaut – noch neu installiert werden musste!

7 Kommentare
  1. Michael S.
    Michael S. sagte:

    „2x 512 MB und 2x 265 MB SSD von Samsung in der Pro Serie veranschlagen ja auch nochmal rund 850 Euro.“

    Du meinst sicher GB statt MB :D.

    Wegen dem Festkleben: Wenn der Klebstoff nicht wegen der Wäre versagt ist das die einfachste Lösung. Ich nutze inzwischen sehr gerne doppelseitiges Klebeband statt Alleskleber. Eine Möglichkeit wäre noch gewesen, per angeklebtem Klettband (auf Serverrack und SSD) zu arbeiten, dann kann man die SSD auch mal leicht entnehmen. Auf eine neue SSD bräuchte man dann nur noch wieder die entsprechende Seite des Klettbands aufkleben.

    Antworten
    • Heiko
      Heiko sagte:

      1. Danke – korrigiert.
      2. Jap, wir haben auch beidseitiges Klebeband genommen. Klettband haben wir ausgeschlossen, weil es zu hoch ist und dann der Anschluß nicht mehr gepasst hätte und mit dem Druck gibt eher der Klettverschluss nach.

      Antworten
    • Heiko
      Heiko sagte:

      Och, ich habe mich im Internet nach einer Lösung dumm und dusselig gesucht und nu kommst du mir mit sowas 🙂

      Danke für den Tipp, wieder was dazu gelernt 🙂

      Antworten
  2. ednong
    ednong sagte:

    LOL – ja, auf dieses Case wollte ich dich auch hinweisen. Das habe ich neulich auch mal gefunden, als ich für eine Umrüstung suchte (aus der dann nichts geworden ist).

    Und ihr habt am Server noch „normale“ ATA-Platten drangehabt? Weia. Dann verstehe ich, dass der langsam war. Die Idee mit dem Klebeband ist nicht so schlecht, allerdings vermute ich – okay, die Hitze ist bei ner SSD nicht so groß – aufgrund der Wärme sich das irgendwann löst.

    Und hätte man das RAID sich nicht selbst wiederherstellen lassen können bzw. auf die neue Platte spiegeln lassen können, also mittels des RAIDs selbst?

    Antworten

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