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Die letzten Monate Stress zollen ihrem Tribut.

Seit 2~3 Wochen habe ich in unregelmäßigen Abständen kribbeln in den Händen, was ich auf eine Verspannung im Nackenbereich schob.

Donnerstag hatte ich ein Kribbeln im linken Mundbereich bis zur Zunge.
Das fühlte sich an, als würde die Betäubung von einem Zahnarzt nach lassen.

Ich ging zum Arzt, der machte ein EKG, aber da war nichts Auffälliges.
Allerdings hatte ich einen Blutdruck von 199 zu rund 90.

Wir unterhielten uns, woher das kommen könnte und kamen zum Entschluss, das „Stress“ wohl ein Auslöser ist.

Ich bekam ein Blutdruck senkendes Medikament, Vitamin B Tabletten und Magnesium.
Das nahm ich Donnerstag auch ein, aber es bekam mir gar nicht.
Ich bekam starke Kopfschmerzen und es machte mich total dusselig.

Die Nacht habe ich 13 Stunden am Stück geschlafen.

Den Tag darauf habe ich es nicht mehr genommen und es wurde zum Abend dann endlich besser.
Aber bis Samstag hatte ich immer noch Kopfschmerzen.
Und das Kribbeln kam wieder. Nächste Nacht habe ich dann noch mal 12 Stunden geschlafen.

An dem verlängerten Wochenende hatte ich eigentlich noch vieles vor.
Aber mein Körper hat da wohl mir einfach mal eine Auszeit verpasst.

Ich bekam an dem Wochenende auch langsam einen Druck auf dem Brustkorb.

Montag früh habe ich das Medikament wieder genommen, weil der Blutdruck regelmäßig bei 150 zu 84 war.
Leichte Kopfschmerzen hatte ich zwar wieder, aber nicht mehr so schlimm wie die Tage zuvor.

Ich bin auch wieder zum Arzt und er meinte, das sein normal. Die Kopfschmerzen waren noch das Nachhallen des hohen Blutdrucks. Ich solle das Medikament weiter nehmen.

Ich sprach mit dem Arzt erneut über die mögliche Ursache. Ich bin zwar Übergewichtig.
Aber die letzten Wochen habe ich mich mehr den je bewegt und sogar abgenommen.
Das letzte Blutbild aus Januar zeigte wie die Jahre davor auch keine Auffälligkeiten.

Er fragte, ob ich oft unter Stress leide. Und dem ist wohl so.

Ich bin ein HB Männchen. Immer hektisch und aufgedreht.
Wenn ich so Revue passieren lasse, dann war es auch wirklich viel, was ich mir aufgebürdet habe.

Quasi im Februar von Karneval an. Erst die Sonderschichten im Sicherheitsdienst.
Danach im Hauptjob das Mega Update, im privaten die Kung-Fu Schule, der ich aus dem Boden ein Mitgliedersystem mit Online Videos über Nacht gestampft hatte, damit sie die Corona Sperre übersteht.

Dann die Umzugsvorbereitung, der Umzug mit meiner Frau fast im allein gang. Zwar mithilfe unserer Freundin und häufiger Hilfe von meinem F&K, aber es lag doch der Mammut Anteil bei uns.
Wochenlanges schleppen, aufbauen, einräumen und entsorgen.

Die Kinder dazwischen. Die hätten eigentlich im Kindergarten sein müssen, was aber durch Corona nicht ging. Dann waren wir hier drüben, mussten viele tausend kleine Dinge erledigt werden.
Ich musste wieder arbeiten gehen und nach Feierabend zu Hause weiter machen.

Keine freie Minute mehr. Nur Stress und Hektik.

Ich muss auch zugeben, dass ich mit dem Vater sein sehr überfordert bin. Das sind viele Väter, aber ich kann diesen Stress nicht verarbeiten. Und je mehr ich versuche ein guter Vater zu sein, je mehr bricht in mir der Stress zusammen.

Wenn das ganze zu viel für mich wird dann ….. wie soll ich es beschreiben …. dann bricht oft etwas über mich ein. Mein Körper wird Müde, ich bekomme Gliederschmerzen und muss mich schlafen legen. Am helllichten Tag. Ich bekomme dann einen regelrechten Nervenzusammenbruch.

Wenn meine Kinder sich streiten und meine Frau sich mit einmischt, dann wird mein ganzen Körper unruhig.
Wenn ich mit meinem Sohn rausgehe, dann habe ich so viel Angst das etwas passiert, das ich mich so unter Stress und Druck setze und aufpasse – das ich Abend Fix und Fertig bin. Weil er anders ist als meine Tochter und schlechter hört. Dickkopf und Stur. Aber dafür einfach mal auf die Straße rennt.

Ich kann mich zwar eine Weile mit den Kindern beschäftigen, aber es fällt mir oft sehr schwer.
Weil ich darin einfach nicht aufgehe. Mit steigendem Alter klappt das immer besser, aber es fällt mir immer noch sehr schwer.

Weder habe ich mir das eingestanden, noch wollte ich es war haben.
Das schafft meine Frau, andere Männer schaffen das – da muss ich das auch können.

Das Resultat liegt dann mit Gliederschmerzen, Kopfschmerzen und kaputten nerven im Bett.

Ich habe auch keinen Ausgleich mehr dazu. Alles hat geschlossen.
Ich kann nicht zum Sport. Kein Cafe, keine Freunde.

Aber selbst wenn, ich habe/hatte einfach keine Zeit (mehr) dafür. Einfach mal nach Feierabend an den PC zocken. Kopf freibekommen. Das gingt nicht.

Ich gehe Arbeiten, komme nach Hause. Beschäftige mich mit meiner Familie so gut ich kann und bringe die Kinder mit ins Bett. Dann haben wir in der Regel schon 21 Uhr. Um 22 Uhr ist Schlafenszeit für mich, weil ich um 6 Uhr wieder zur Arbeit muss.

Die eine Stunde musste ich dann abwiegen. Gehe ich heute Dusche oder mache ich noch Papierkram oder andere Dinge, die angefallen sind.

Das habe ich wohl nicht mehr verarbeiten können. Das war und ist zu viel.

Mein Arzt meinte, dass das Kribbeln und auch der Brustdruck käme von den Nerven, sind die sich nun melden. Ein Infarkt sähe anders aus.

Ich muss mich gesünder ernähren, mehr bewegen und aber vor allem ruhiger werden.

Nun trinke ich seit Donnerstag als erste Konsequenz nichts mehr mit Koffein.
Keine Cola light mehr, kein Kaffee. Nur koffeinfreier Kaffee, Wasser und Tee.

Zum Kotzen, aber vielleicht schaffe ich es mal so von dem ungesunden Zeug herunterzukommen.

Nächster Schritt ist mehr Ruhe. Gelassenheit.
Das wird nicht leicht, wenn man 40 Jahre ein Hektiker war.
Aber wenn ich das nicht ändere, dann bringt es mich ins Grab.

Ich glaube, ich muss mir etwas Gleichgültigkeit und Egoismus aneignen.
Dann beschäftigt mich auch vieles nicht mehr.

Mir muss auch egal werden, was andere über mich denken. Ich weiß gar nicht wann ich darauf angefangen habe wert zu legen. Bis zum 30ten Lebensjahr war mir das egal. Ich habe so gelebt wie ich es wollte. Irgendwann bin ich dann zu einem Spießer mutiert.

Auch halte ich mich von allem, was mich bewegt, fern. Die ganzen schlechten Nachrichten in den sozialen Netzwerken und Medien.

Das Schwierigste für mich wird allerdings der Alltag zu Hause sein.
Meine Frau ist genau so durch wie ich. Sie braucht auch Unterstützung, wenn ich nach Hause komme.

Es bringt mit nichts mich aus allem raus zu halten, wie der klassische Ehemann.
Nach Hause, Füße hoch oder in die Kneipe.

Da müssen wir schon zusammen durch, sie lasse ich nicht allein damit. Aber auch da werden wir eine Lösung finden.

Jetzt muss ich erst mal schauen, meinen Blutdruck runter zu bekommen und wieder in einen gesunden Alltag einzufinden.

Privates