Nicht am Rande, sondern am Ende meiner Kräfte – das beschreibt es gerade ganz gut.
Ich sitze am Laptop, bin erschöpft, während meine Frau die letzten Reste in die Küche verräumt.

Heute Morgen bin ich das erste Mal in der neuen Wohnung aufgewacht.

Das Schlafzimmer ist noch provisorisch. Wir schlafen auf Paletten, bis das Bett kommt. Ich habe viel und intensiv geträumt, bin dadurch immer wieder wach geworden und war entsprechend heute Morgen gerädert.

Nach dem Frühstück mit den Kindern habe ich für die Abstellkammer unter der Treppe die Regale zusammen gebaut. Danach bin ich in die alte Wohnung rüber und habe weiter Kartons gepackt.

Den restlichen Kücheninhalt habe ich in Kartons verpackt. Ich wusste gar nicht wie viele Lebensmittel wir noch haben. Immer nach hinten geräumt. Das hört jetzt zum Glück auf, wir haben nur noch Schubladen wo man gleich alles sieht.

Dann habe ich noch die Technik im Wohnzimmer (Telefon, Internet, Sound und TV Anlage) samt allen Kabeln und Boxen und meinem PC verpackt. Sofa auseinander gebaut, Schreibtisch auseinander gebaut.

Meine Frau hatte währenddessen mit ihrer Freundin die übrig gebliebenen Kartons vom Vortag weiter ausgepackt. Später kam sie rüber und packte mit mir die Kartons ins Auto mit ein paar Möbelstücken.

Beim Gedanken daran, noch die Couch, Kommode, Schreibtisch, Wohnzimmer Tisch, Froster, Trockner und Waschmaschine zu verladen, verließen mich jegliche Kräfte.

Wir sind seit einer Woche am Umzug dran.
Fast allein mit meiner Frau, ihrer Freundin und unseren zwei Kleinkindern dazwischen.

Ich, mit meinem Übergewicht, meinem kaputten Knie, meinem 12 Stunden PC Rücken und meiner Unsportlichkeit. Seit 7 Tagen, Treppen rauf und Treppen runter. Jeden Tag so viele Schritte wie sonst in der Woche gesamt. Jeden Tag irgendwas zwischen 13.000 und 22.000 Schritten….

Vielleicht hätte ich bis dahin alles besser überstanden, wenn ich nicht davor den Karnevalsmarathon hinter mir gehabt hätte. Oder die vielen Überstunden am PC. Oder ohne mein Übergewicht.

Egal warum, ich bin am Ende meiner Kräfte. Den Umzug wollte ich aus Überzeugung allein machen.
Ich bekomme von dem Virustrubel nicht viel mit, bin mir aber der Gefahr bewusst. Und dieser wollte ich niemanden wegen meinem Umzug aussetzen.

Den Umzug hätten wir mit unserem Freundeskreis ins zwei Tagen geschafft, aber Corona war da anderer Meinung.

Dennoch habe ich heute Nachmittag meinen Freund und Kollegen um Hilfe gebeten. Weil ich es allein nicht zu Ende schaffe. Und dieser kommt glücklicherweise morgen.

Wenn wir morgen alles Schwere drüben haben, dann habe ich noch 6 Tage Zeit den Dachboden und die Keller leerzumachen. Vieles wird zwar aus dem (Keller)Fenster in den Sperrmüll wandern.
Dennoch werden wir auch die Tage dafür brauchen.

Ich bin echt froh, wenn wir den Mist endlich hinter uns haben und ich dann die Woche drauf meine letzte Woche Urlaub in Ruhe genießen kann. Und endlich in meinem neuen Zuhause ankommen kann.

So habe ich mir das nicht vorgestellt ….. Aber ich bin guter Dinge, vieles ist geschafft und die wichtigsten Dinge sind geschafft.

2 Kommentare
  1. cars10
    cars10 sagte:

    Kopf hoch, Heiko! Ihr habt das Ziel vor Augen. Ein Umzug ist immer Schei…, hatte 2 Umzüge in 4 Jahren („berufsbedingt“) und danach beschlossen, nie mehr umzuziehen, höchstens noch in Richtung Friedwald.
    Am elendsten war wirklich der Keller. Meine Güte, hat sich da ein Schrott angesammelt. Da war locker ein Tag weg…und sämtliche Nerven.
    ABER: seht es mal so, es lohnt sich. Und am Ende seid ihr froh, es geschafft zu haben! Jetzt drüber nachzudenken, was hätte besser laufen können und warum sind die Bedingungen nicht ideal, macht keinen Sinn. Es trotzdem zu schaffen, das ist das Ziel.

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