25 November 2021

Nein

Die Tage habe ich gesehen, dass ich letztes Jahr dieses Buch gelesen und empfohlen hatte.

Drauf geschissen

Ein Jahr schon her …. Und ja, es hat sich viel seitdem verändert. Ich habe mich verändert.
Erinnern musste ich mich daran, als ich die Tage diese Postkarte wieder gefunden hatte.

Ja, das habe ich das letzte Jahr regelmäßig gesagt. Mir fiel es auch schwierig. Ich hatte viele Diskussionen mit mir selber. Ob ich nicht ausnahmen machen könnte. Aber auch mit den Hilfesuchenden.

Aber ich blieb hart und bin froh darum. Ich merke mit jedem Tag, dass es mir immer leichter fällt.
So wie letzte Woche, in der mich eine Schwester einer verstorbenen Freundin, die ich das letzte Mal vor 15 Jahren gesehen habe, gefragt hat, ob ich ihr bei ihrem Router und Laptop Problem helfen könne.

Das Ganze via Facebook Messenger. Und da ich mich fast gar nicht mehr dort einlogge und nicht meldete, kontaktierte sie eine Nachbarin von mir. Ob sie meine Handynummer weiter geben dürfe ….. Auch hier ein klares Nein.

Wenn jemand wirklich HILFE braucht, bin ich immer zu sprechen. Aber wenn der Laptop spackt, der Router offline ist oder ein Handy umgezogen werden muss, dann ist das keine Hilfe mehr für mich.

Ich hatte immer Angst, dass die Leute dann nicht mehr mit mir reden, ich zum grimmigen Einsiedler werde.
Aber das wurde ich nicht und habe immer noch soziale Kontakte.

Aber was mir mittlerweile bewusst geworden ist, ich war es größtenteils selber schuld. Ich habe mich mit meiner Hilfe oft aufgedrängt. Die Leute erzählten mir von einem Problem und ich sah mich gezwungen sofort meine uneingeschränkte Hilfe anzubieten. Ob sie es wollten oder nicht.

Meine Kollegin hat es mal so schön zusammen gefasst. Es kommt jemand in den Raum und sagt „hier ist aber dicke Luft“ oder „Der Mülleimer ist voll.“

Es gibt die Menschen, die stehen sofort auf und bringen den Müll raus oder lüften. Dann gibt es die, die nehmen das zur Kenntnis, weil es nicht mehr als nur eine Information ist.
Und dann gab es mich, der riss sofort das Fenster auf, brachte den Müll raus, hing Duftbäumchen auf, putze die Mülltonne und sorgte für weiteres Wohlbefinden.

Als ich dann anfing, nicht mehr jedem helfen zu wollen, merkte ich erst wie sehr es mir bei jedem mal, wo mir jemand von seinem Problem erzählte, absolut schwerfiel nicht sofort mein Cape anzuziehen und zu fliegen, um die Welt zu retten. Ich sahs da und kämpfte mit mir, innerlich es zu unterdrücken. Nicht zu sagen: „Gib mal her – ich schaue mir das an.“

Mittlerweile klappt das zu 98% 😉 Und ich bin wirklich froh drum. Weil es einfach befreiender ist. Mehr Zeit für die wichtigeren Dinge des Lebens zu haben. Weniger Verantwortung.

18 November 2020

Buch Empfehlung: Drauf geschissen

Ich lese selten Bücher. In der Regel liegt es an meiner Unruhe und der fehlenden Zeit.

Ein Buch muss mich schon fesseln oder ein Sachbuch sein, dessen Thema mich gerade interessiert.

Das letzte Buch was ich „verschlungen“ habe, war Blackout. Schon 5 Jahre her ….
Meine letzten Sachbücher waren Fettlogik 2017 und Weizenwampe 2016.

Seit ich Kinder habe, nehme ich mir nicht mehr die Zeit zum Buch lesen. 

Vor einer Woche sah ich im abendlichen durchscrollen bei Facebook Werbung für ein Buch. 

Den Screenshot habe ich mal aus FB rauskopiert, die Werbung selbst find ich leider nicht mehr, war aber ähnlich. 

Ich war nicht der Meinung es immer anderen recht machen zu müssen, aber von der Meinung anderer hatte ich schon immer Respekt.
Darum fühlte ich mich angesprochen. 

Auf Facebook bekomme ich oft Anzeigen von Autoren anzeigt.
In der Regel von irgendwelchen Gurus, die ihre überteuerten E-Books über eigene ominöse Shops mit gefakten Kommentaren und Rezensionen verkaufen wollen.

Aber über die vielen Likes auf FB war ich verwundert.

Hier verwies der Link auch zu Amazon und so klickte ich darauf um zu schauen wie die Rezensionen sind. 

Bei Amazon hatte das Buch eine Menge gute Bewertungen.
So viele, das es fast nicht gefakte sein konnte.
Es kostete 99 Cent als E-Book, also kaufte ich es mir. 

Ich las Seite für Seite durch und merkte immer mehr, wie Recht der Autor in vielen Thesen hatte.

Wie viel ich doch unbewusst handele, um andere zu gefallen.
Wie abhängig ich mein Handel von der Reaktion anderer machte, statt mich selbst gut zu finden. 
Ebenso oft ich etwas mache, damit die Menschen gutes über mich denken.
Es anderen recht zu machen, statt es mir recht zu machen. 

Nehmen wir meinen Blog.
Als ich damit vor fast 20 Jahren damit angefangen habe, tat ich das, weil ich es cool für mich fand.
Es war für mich. 

Ich hatte kaum Leser und Likes gab es noch nicht.
Mein Leben lebte ich einfach und verbloggte es. Ohne darauf zu hoffen, dass es jemand geil findet.
Eure Kommentare sowie Reaktionen mochte und mag ich bis heute immer noch sehr, vieles hat mir auch geholfen.
Aber, ich habe sie damals nie zu sehr an mich ran gelassen. Mich davon steuern lassen. 

Wie mir nun aber klar wurde, habe ich dann irgendwann  immer häufiger vorher überlegt, was ich Schreibe und wie ich schreibe.
Weil mir wichtig war was die anderen denken. 

Ich war nicht mehr so ehrlich, sondern habe vieles so geschrieben – das ich dachte es gefällt, statt es so auszudrücken, wie ich es wirklich meinte.

Aber nicht nur im Blog. Wie oft ich Dinge im Privatleben gemacht habe, weil ich nicht nein gesagt habe.
Weil ich nicht schlecht da stehen wollte.

Ich habe mich teils sogar aufgedrängt, damit ich gut dastehe. 
Im Moment kann ich nur den Kopf darüber schütteln. 

Aus mir wird nun kein Egomane. Ich werde weiterhin nett und hilfsbereit sein.
Aber ich werde mir die Frage vorher stellen, warum ich das mache, was ich nun tue.
Weil ich es für mich gerne mache oder weil es andere wollen, bzw. weil ich nicht möchte das andere schlecht über mich denken.

Einfach darauf scheißen, was andere dann denken.
Wem es in Zukunft nicht mehr gefällt hier meine ungeschminkten Gefühle zu lesen, der kann dies Kund tun, aber ich lasse es nicht mehr an mich ran. 

Wenn ich in Zukunft nein sage, und jemand „denkt“ dann über mich schlecht – dann ist das so. Ende. 
Wenn ich privat um einen Gefallen gebeten werde, dann sage ich auch wieder nein. 

Nächstes Beispiel: 

Ich habe bis heute nur wenigen Menschen mitgeteilt, dass ich mich bei Weight Watchers angemeldet habe. 
Auch hier im Blog habe ich nicht darüber geschrieben. Nur dass ich abnehme, aber nicht wie!

Weil ich nicht wollte das die Leute ….. Ja was?
Ich hatte „Angst“ vor der Reaktion. Das man schlecht darüber und mich denkt. 
Was für ein Quatsch, aber so war es. 

2006 hatte mich das nicht interessiert. Da habe ich noch über WW gebloggt.

Warum jetzt? Weil andere denken könnten, ich schaffe es nicht allein. 

Oder bla bla bla bla ….. 

Ich habe vergessen das ich auf solche Menschen scheiße.
Die mich einen mit Ihrer toxischen Art infrage stellen. 

Noch mal erwähnt, nicht die mir wertvolle Tipps geben, nicht die mir Ihre Meinung vorstellen wollen. 
Die, die meinen mich eines Besseren belehren zu müssen! 

Keine Ahnung wann ich zu so einem Menschen geworden bin.
Der es jedem recht machen will und darauf achtet, was andere Denken.
Damit ist aber jetzt Schluss! 

Bis vor einigen Jahren habe ich noch mein Leben so gelebt wie ich es wollte.
Mir war es egal was andere darüber dachten. Ich war zu Frieden mit mir.
Habe mich nicht wirklich infrage gestellt oder stellen lassen. 

Das hat mir dieses Buch tatsächlich vor Augen geführt. Und daran arbeite ich gerade wieder Aktiv. 
Herr meiner Selbst zu sein. Mich geil zu finden und es mir egal sein zu lassen, was andere über mich denken. 
Es nicht mehr jedem recht machen zu wollen. 

Warum ich das schreibe, ich bin total Euphorisiert von dem Buch und überrascht, dass es mich voll getroffen hat. 

Darum mag ich es gerne empfehlen. Einfach lesen. Auch, wenn man nicht der Meinung ist das man es bräuchte 😉 

So, und jetzt vollen noch einige längere Beiträge, die ich schon länger loswerden wollte, mich aber nicht „traute“ 😉