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Die letzte Türe

Last updated on Dezember 11, 2019

Für diesen Karneval war es die letzte Türe an der ich stand.
3800 Gäste auf einer fast ausverkauften Karnevalsveranstaltung.

Es gab viel zu tun, aber die Zeit verging wie im Flug.

Türsteher wäre kein Beruf für mich. Die Lokation befand sich an Kölns größter Partymeile, den Ringen. Wir standen an zwei Türen mit 6 Leuten. Dahinter, also in der ganzen Location noch viel mehr Kollegen.

Je später der Abend, je mehr haben Fremde versucht rein zukommen.

Angefangen von denen, die meinten sie würden irgendwen kennen, über die – welche mit falschen Stempel versuchten rein zu kommen.

Dann gab es die, die versucht haben einfach durch zu gehen und uns ignorierten.
Und zum Schluss die, die versuchten Ihre Freund kostenlos durchzuschleusen.

Vor der Türe waren immer so 50 Personen die rauchten. Man hatte gar nicht den Überblick wer raus und rein ging. Dafür gab es einen Stempel.

Jeder der raus ging bekam einem und wer wieder rein wollte musste den vorzeigen.
Aus der Erfahrung habe ich gelernt – genau auf den Stempel zu schauen. Bei mir waren es dieses mal über 20 Personen – die von irgend einem Club einen Stempel hatten und versuchen mit dem rein zu kommen.

Wir hatten es noch relativ einfach. Ohne Karte kein Einlass. Das haben die meisten verstanden. Es gab noch Tickets an der Abendkasse für 27 Euro. Das war den meisten “Versuchern” zu teuer und trollten sich weg.

Aber würde ich genau diese Personen nicht rein lassen, weil mir die nicht passen würden (zu betrunken –  passen nicht zur Gesellschaft – sorgen wahrscheinlich für Ärger) , dann hätte ich es wohl deutlich schwieriger gehabt.
Da merke ich dann, das der „richtige“ Türsteher Job nichts für mich ist. Aber muss ja auch nicht.

Was ich nicht verstehe bzw. was an dem Abend für lange Diskussionen geführt hat, waren die Gäste die zum Rauchen die Lokation verlassen haben, sich haben aber keinen Stempel geben lassen. Wir haben so gut es ging, jeden versucht beim raus gehen daran zu erinnern. Aber entweder haben es manche nicht sehen wollen, oder waren zu betrunken. Oder hatten eben keine Karte und versuchten es mit dem Trick rein zu kommen.

3800 Gäste. Rund 50 Personen sind im gehenden Wechsel rein und raus. Da kannst du dir nicht jeden merken.

Was machen in einer solchen Situation? Da geht nicht mehr viel. Als erstes habe ich nach dem Garderoben Bon gefragt. Wenn der nicht vorhanden war – dann gab es noch die Möglichkeit mir ein Foto auf dem Handy zu zeigen – welches von drinnen geschossen wurde.

Dann hören die Möglichkeiten schon fast auf. Dann mussten die Leute draußen bleiben. Das tat mir zwar leid, aber es war nicht unsere Schuld.

Diskussionsintensiv war auch ein älterer Herr. Der hatte seine Frau wohl vor dem Saal raus gelassen und dann einen Parkplatz gesucht. Nun hatte die Frau die Tickets und war drinnen schon fleißig am Feiern.

Er konnte und wollte nicht verstehen das ich ihn ohne Ticket nun nicht reinlassen würde.
Vor allem sind es wir Schuld und die Bösen!

Dann soll ich seine Frau ausrufen …….
Ähmmmm…
3800 Personen auf einem Karnevalskonzert und ich lasse Frau XY ausrufen ….

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Ja, dann soll ich mit ihm jetzt gefälligst rein gehen und seine Frau suchen.
Aha, zwischen 3800 verkleideten Jecken im halbdunkeln …..

Er musste warten. Bis seine Frau sich irgendwann erinnerte das sie doch nicht alleine dahin gekommen war.

Ansonsten war der Abend friedlich an der Türe. Hier und da ein paar Mitmenschen, die mit aller macht rein kommen wollten, aber die ließen sich noch gut vertreiben.

Jeder Gast wurde beim Eintritt abgetastet. Neben den üblichen Waffen, Essen und Trinken haben wir auch nach Deosprays, Haarsprays und Reizgas gesucht.

Reizgas musste ich nur einer Dame abnehmen, die es sich später dann beim verlassen auch brav wieder abgeholt hat. Jegliche Art von Sprays wurden in der Vergangenheit in Kombination von Alkoholkonsum und Feuerzeug als Gefährliche Waffe genutzt.
Daher haben wir die auch gleich eingesammelt.

Für diese Session war es die letzte Türe und ich bin ehrlich gesagt auch ganz froh drum. Dieses Jahr fand ich es ansträngender als das Jahr davor. Dazu kommt noch das meine Hauptarbeitsstelle mich auch parallel auf trapp gehalten hat. Die letzten Wochen waren echt Ansträngend.

Ich freue mich auf das nächste Wochenende. Da lege ich die Füße hoch und das Telefon bleibt aus!

Published inPrivates

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