Frau im Krankenhaus – Plötzlich Mama und Papa in einem sein

Dafür, dass ich nie Kinder haben wollte, bin ich nun für unbestimmte Zeit mit meiner Tochter alleine. Und muss ganz schnell lernen Mama und Papa in einem zu sein. Meine Frau liegt im Krankenhaus. Aber eins nach dem anderen.

Es war ein ganz normaler Arbeitstag. Ich stehe mit meinem Chef im Lager. Unterstütze ihn beim einpflegen von Artikeln. Plötzlich klingelt mein Handy.

Wenn mein Handy klingelt, kann es nur meine Frau sein. Ich habe mein Handy auf der Arbeit immer im „bitte nicht stören“ Modus. Dann kommt nur meine Frau durch.

Aufgeregt erzählte sie mir, dass sie gerade bei der Frauenärztin raus gekommen ist. Sie müsse sofort ins Krankenhaus.

Sie erzählte mir kurz warum und wir beendeten das Gespräch. Bitte habt Verständnis dafür, dass ich aus Respekt gegenüber meiner Frau ihrer Privatsphäre nicht näher auf den Grund eingehen werde.

Ich hab dann direkt meine Sachen gepackt und bin nach Hause gefahren. Dort war dann auch schon meine Schwägerin mit ihren Freund, welche montags aufgrund ihres Friseurberufes, immer frei hat. Sie brachte dann meine Frau zum Krankenhaus.
Da die kleine gerade ihren Mittagsschlaf begonnen hatte, blieb ich Zuhause.

Als der Mittagsschlaf vorbei war bin ich auch mit ihr zum Krankenhaus gefahren.

Die Nachrichten vor Ort waren weiterhin nicht gerade rosig. Im schlimmsten Fall würde meine Frau jetzt bis zur Geburt unseres zweiten Kindes dort liegen bleiben müssen.

Ich verbrachte noch eine Zeit mit meiner Tochter dort und fuhr abends wieder nach Hause.

Zuhause spielte ich dann noch etwas mit ihr, kochte zu Abend, Zähne putzen und ab ins Bett.

Ich setze mich auf die Couch und mir wurde so langsam bewusst, dass meine Tochter und ich etwas längere Zeit alleine sein werden.

Das mein Leben soeben um 180 Grad gedreht wurde. Alles was ich mir für die nächsten Tage, Wochen und Monate vor genommen habe, kann ich Streichen.

Jetzt gibt es erstmal nur noch meine Tochter. Rund um die Uhr.

Dafür, dass ich mein Leben lang Angst davor hatte Vater zu sein, werde ich nun auf eine sehr harte Probe gestellt. Aber auch dieser Stelle ich mich voll und ganz entgegen und werde weder meine Frau noch meine Tochter enttäuschen.

Von der Arbeit bin ich vorerst freigestellt. Das tut mir vor allem für meinen Arbeitgeber sehr leid. Ich hatte dieses Jahr schon 2 Monate Elternzeit und jetzt Falle ich schon wieder aus.

Die nächsten Tage werden entscheiden wie lange meine Frau im Krankenhaus bleiben muss. Aber selbst wenn Sie zeitnah nach Hause kommt, wird sie absolute Ruhe benötigen.

Daher habe ich schon mit der Krankenkasse alles in die Wege geleitet um so schnell wie möglich eine Haushaltshilfe für sie zu bekommen, für die Zeit die ich auf der Arbeit bin.

Weil auf die Arbeit möchte ich so schnell wie möglich zurück. Natürlich genieße ich sehr die Zeit mit meiner Tochter, aber finanziell wäre es sehr schlecht wenn ich jetzt auch noch zu Hause bleiben würde. Aber auch meine Arbeitgeber gegenüber möchte ich jetzt nicht noch länger fehlen als ich es dieses Jahr schon getan habe.

Mal schauen wie die nächsten Tage sich entwickeln. Ich werde berichten.

3 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.