25 April 2022

Roller Risiko

Am Freitag wurde der Gasgriff meines MQI GT EVO ausgetauscht und der Fehler ist weg.

Der Kommentar von Tux2000 habe ich einfach mal an meinem Rollerdealer weiter gegeben. Was mir tatsächlich Sorgen gemacht hat, war der Gedanke, dass das elektronische Lenkradschloss während der Fahrt von allein schließt. Der Verkäufer meinte, dass es dafür eine manuelle Lösung gibt.

Damit kann ich das Lenkradschloss ausschalten. Was ich auch damit getan habe.

Der Rest ist „Vertrauenssache“. Da kann ich nicht viel ausrichten. Nur das Fahrzeug wechseln. Aber das gehört für mich zur Gefahr eines solchen Fahrzeuges dazu, wie das Fahren eines Rollers. Dieses Wochenende hatte ich zwei solcher Momente.

Hinter mir ein Sprinter. Ich bremse, weil ein Auto links abbiegen möchte. Ich gebe danach Gas und höre plötzlich von links ein Geräusch. Wer Roller oder Motorrad fährt, kennt das vielleicht. Ein Fahrzeug, was zum Überholen beschleunigt. Ich benötigte ein paar Sekunden. Weil ich fuhr die erlaubte Geschwindigkeit und erwartete nicht, dass an dieser Stelle (Link) mich jemand überholt. Für einen Moment wollte mein Ego Gas geben, weil ich einfach schneller bin. Aber sofort setzte die Vernunft ein, ich wurde langsamer und fuhr rechts. Der Idiot setzte sich vor mir, um dann weniger Meter danach in den Tunnel zu fahren.

Samstag bin ich auf einer Schnellstraße mal die Geschwindigkeit ausprobieren gefahren. Ich hatte 75 km/h auf dem Tacho als ich plötzlich wieder links ein Geräusch hörte. Da zieht ein Spinner an dieser Stelle (Link) mit locker 90~100 km/h an mir über den Standstreifen vorbei, um sich dann vor mich zu setzen.

Vor solchen Momenten habe ich viel mehr Angst. Ich bin froh das mein Alltag aber „nur“ aus langsamen Stadtverkehr besteht und ich nicht Landstraße oder Ähnliches fahren muss. Auch wenn ich mit den 110 km/h Autobahn fahren könnte, ich werde einen Teufel tun 😉


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Verfasst April 25, 2022 von Heiko in category "Privates

1 COMMENTS :

  1. By Tux2000 on

    „Damit kann ich das Lenkradschloss ausschalten. Was ich auch damit getan habe. Der Rest ist „Vertrauenssache“. Da kann ich nicht viel ausrichten. Nur das Fahrzeug wechseln.“

    Meine Kollegen und ich entwickeln Hard- und Software, oft embedded, oft im Medizin- und Luftfahrt-Umfeld, und immer mit einem hohen Qualitätsanspruch. Abgesehen vom üblichen Papierkram (u.a. Risikoanalyse) ist eines der ersten Dinge, die ich mit einem Entwurf für neue Hardware mache, ist zu überlegen, wie ich mit bösartiger Software maximalen Schaden anrichten kann.

    Klingt das gemein? Ja. Ist das sinnvoll? Absolut. Wir schreiben keine bösartige Software. Aber wir sind auch nur Menschen, unsere Software hat – wie jede andere Software – Fehler. Im blödsten Fall macht ein Fehler das, was ich mir vorher für bösartige Software überlegt habe. Und genau darauf müssen die Hardware-Kollegen vorbereitet sein. Egal wie sehr unsere Software Amok läuft, muß die Hardware Schäden verhindern oder wenigstens verringern. Zu überlegen, wie ich Hardware-Schutzmechansmen austricksen kann, hat schon mehrfach zu Verbesserungen an der Hardware geführt, noch bevor wir die Hardware tatsächlich gebaut haben.

    Was am Ende zum Kunden geht, ist in der Regel nicht gefährlicher als ein Radio. Natürlich kann man jemanden mit einem Radio erschlagen, das ist aber dann ein klarer Mißbrauch des Gerätes, für den weder wir noch unsere Kunden Verantwortung übernehmen müssen.

    Wenn ich jetzt sehe, dass bei deinem Roller mehr oder weniger regelmäßig die Elektronik ausfällt, finde ich das ziemlich gruselig. Da rate ich mal, dass „Geiz ist geil“ das Motto der Entwicklung war, sowohl bei der Hardware als auch bei der Software. Was zu einer hohen Fehlerrate führt. Was bei mir sehr nachhaltig das Vertrauen reduziert. Weswegen ich den zweiten Roller stumpf zurückgegeben hätte.

    Mein Auto ist jetzt 31 Jahre alt und hat exakt zwei vollkommen autonome Steuergeräte, die in das Fahrverhalten eingreifen können: ABS und Motorsteuerung. Alles andere (Lenkung, Dreikreis-Fremdkraftbremse, Handbremse, Niveauregelung) ist rein mechanisch geregelt. Das ABS ist failsafe, wenn dem ABS irgendetwas komisch vorkommt, schaltet es sich komplett ab und signalisiert das im Instrumentenblock. Ich kann dann immer noch bremsen, muß mich aber selbst um blockierende Räder kümmern. Die Motorsteuerung kann den Motor ungewollt ausschalten oder hochdrehen – dafür habe ich Kupplung und Bremse. Die Motorsteuerung funktioniert einfach, das ABS ist als Mimose bekannt.

    Mein Auto ist gerade wegen einer tropfenden Ölleitung in der Werkstatt. Der Leihwagen ist ein Top-Modell mit maximalem Elektronikeinsatz. Schön wenn es funktioniert, aber ich möchte mit dem Ding keine Elektronik-Probleme bekommen …

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