10 Oktober 2013

Wofür bist du bereit dein Leben einzusetzen?

Die Tage ging diese Nachricht durch die Medien:

Streit über Musik: 44-Jähriger vor Straßenbahn ins Koma geprügelt

Daraufhin stellte meine Krav Maga Trainerin die Frage:

Was würdest du tun? Wofür bist du bereit, dein Leben einzusetzen?

Eine Frage, welche eine Interessante Diskussion auf Facebook lostrat und die mir viel zu denken gegeben hat.

Wir sind am Samstag auf einem Event in Bottrop, wo wir letztes Jahr auch schon waren.

Durch die Frage und das kommende Event, wurde ich noch mal an ein Ereignis von dort erinnert.
Wir (Meine Frau, 3 Freunde und ich) standen letztes Jahr dort an einem Fahrgeschäft an. Meine Frau bekam mit ,wie sich 4 Jugendliche vordrängelten. Die standen 3 Personen schon vor uns in der Schlange und schafften es kurze Zeit später rund ca. 20 Personen vor uns stehen, bzw. sich vorzudrängeln. Meine Frau regte sich fürchterlich darüber auf und fing an mit ihnen des wegen zu streiten (Durch die Zickzack Schlangenanordnung sahen wir sie immer wieder). Sie bekam sich nicht mehr ein und schimpfte rum. Das ging rund 10 Minuten. So kannte ich meine Frau bis dato auch nicht. Sie wurde richtig wütend. Die Jugendlichen störte es nicht und machten weiter bis sie vorne waren. Ich war recht froh darüber, das die so ruhig blieben und sich weg trollten. Ich war schon auf Kampf eingestellt……
Ich habe ihr dann den geposteten Artikel gezeigt und ihr noch mal vor Augen geführt wo das hinführen kann. Habe ihr die Frage gestellt „Wofür bist du bereit, dein Leben einzusetzen?“
Mir war das Egal, das sie sich vordrängelten. Die waren eh schon vor uns. Aber das sie durch ihre wütende Schimpferei hätte eine Schlägerei auslösen können, das war ihr wohl nicht bewusst. Das andere Jugendliche sich schon für kleine Diskussionen so reizen lassen, das sie mit einem Messer auf einen zu gehen, das sollte ihr bewusst sein.
Das ich und meine Freunde hätten im schlimmstenfalls dazwischen gehen müssen und verletzt werden können, nur weil sich ein paar Jugendliche vorgedrängelt haben.

Da wurde ihr noch mal bewusst, wie weit so etwas gehen kann. Das sie nicht wirklich darüber nach gedacht hat, was sie da gerade tat. Klar darf sie solchen Jungs auch mal die Meinung sagen. Aber dann ist auch Schluss. Sich nicht da rein steigern, bzw. wie meine Trainerin fragte – „Wofür bist du bereit, dein Leben einzusetzen? “

Die einfach gestellte Frage hat mir die letzten Tag viel zu denken gegeben und auch hoffentlich meine Kampffrau ein wenig geweckt.

So das wir Samstag nicht wieder in einen solchen Konflikt geraten, bzw. sie weiß was sie dort macht.

Vor einigen Jahren habe ich mir schon die Frage gestellt und wurde belächelt. Nicht jedem – dem man etwas sagt – rennt gleich mit einem Messer auf einen zu.

Die Zeiten und die Gesellschaft haben sich geändert!
Zu glauben – das einem nichts passiert – ist heute Leichtsinnig!

Man sollte nicht paranoid werden, aber wachsamer!

Dann erzählte mir heute ein Freund, das bei seiner Frau auf der Arbeit regelmäßig in Ihrer Nachtschicht Inventar von einer bestimmten Sorte Mitmenschen geklaut wird.
(Dessen Gruppierung ich hier aus politisch korrekten Gründen nicht nennen möchte – welche aber als unberechenbar gelten).

Er hatte ihr geraten, da mal durchzugreifen und etwas dagegen zu tun.
Ihr Tipps gegeben, wie sie das anstellen soll. Mein Freund war aber leicht verärgert darüber, das sie es nicht wollte. Weil sie sich sorgen um Ihre eigene Sicherheit macht.

Ihm stellte ich die gleiche Frage:

Wofür bist du aber bereit dein Leben einzusetzen?

Dieses Volk – welches dort klauen geht, schreckt vor nichts zurück!

Und wenn sie als Frau dort Nachts alleine arbeitet, warum sollte Sie mit unter Ihr Leben für Gegenstände einsetzen, die ihr nicht mal gehören. Sie sollte lieber mit ihrem Arbeitgeber reden. Um Schutz und mehr Personal bitten. Einen realen Selbstverteidigungskurs besuchen.

Natürlich sollte sie nicht tatenlos zuschauen, aber es war richtig sich vorher die Frage zu stellen – was mache ich?

Ich stehe bei so etwas auch immer in der Mitte. Natürlich kann es nicht angehen das sich Leute vordrängeln, Laut Musik in der Bahn hören oder meinen Arbeitgeber beklauen.
Aber bin ich wirklich bereit für diese Dinge mein Leben einzusetzen?

Oder wie meine Trainerin richtig sagte:

Das ist eine wichtige Frage. Ich hoffe, du kannst sie für dich beantworten. Wo ziehst du die Grenze? Wofür bist du bereit, dein Leben einzusetzen? Für laute Musik? In der Bahn kiffen? Die Entscheidung triffst immer DU und DU wirst es auch sein, der sie allein verteidigen muss.



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Verfasst Oktober 10, 2013 von Heiko in category "Privates

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Heiko

12 COMMENTS :

  1. By Uwe Ziegenhagen (Autor) on

    Ich fand die Info sehr interessant, dass besagter 44-Jähriger sehr agressiv und angetrunken war und den Jugendlichen gefolgt war, die ganze Sache also eventuell von ihm ausging.

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  2. By Christopher on

    Moin,
    ich stimme dir zu, dass das eine Frage ist die man sich stellen soll.
    Zumal das von dir benannte Opfer mittlerweile an den Verletzungen gestorben ist.

    Aber:
    „Nach Aussage der drei 16 und 17 Jahre alten Jugendlichen, die an der Auseinandersetzung beteiligt waren, hatte der Mann zuerst angegriffen und dabei mit einem Ledergürtel zugeschlagen. Der Familienvater sei stark angetrunken gewesen, bereits in der Bahn habe er sich aggressiv über die laute Musik beschwert, die die Jugendlichen gehört hatten.“
    „Eine Sprecherin der Polizei bestätigte […] ihre Darstellung sei „schlüssig und glaubhaft“.“

    „Die Lebensgefährtin des Familienvaters soll laut dpa inzwischen eingeräumt haben, dass ihr Freund nicht nur betrunken, sondern auch aggressiv gewesen sei. Sie habe vergeblich versucht, ihn zu beschwichtigen. […]
    Der 17-Jährige und seine Begleiter sagten aus, der 44-Jährige habe sie schon in der Straßenbahn mit seinem Gürtel bedroht und wegen der Musik Streit angezettelt. Deswegen habe der 17-Jährige auch zum eigenen Schutz das Kantholz aufgehoben, das zufällig in der Bahn gelegen habe. Der Fahrer der Bahn bestätigte, dass das Vierkantholz bereits geraume Zeit in dem Wagen gelegen habe.

    Als die Jugendlichen ausstiegen, war ihnen der 44-Jährige gefolgt, soviel scheint sicher. Dann soll er von hinten mit dem Gürtel zugeschlagen haben. Der 17-Jährige hat laut Polizei eine leichte Verletzung, die von dem Schlag stammen soll. Nach seiner Aussage und der seiner Begleiter habe er sich umgedreht und zweimal mit dem Kantholz zurückgeschlagen – einmal gegen die Brust und einmal gegen den Kopf.

    Als der Mann zu Boden gegangen war, habe man seiner zur Hilfe eilenden Freundin noch angeboten, einen Rettungswagen zu rufen, doch die Frau habe ungehalten abgelehnt.“

    Natürlich stellt sich die Frage, ob das verhältnismäßig war. Andererseits, ein Erwachsener, stark betrunkener Mann stellt 3 Minderjährigen nach und schlägt von hinten auf einen von Ihnen ein. Da stellt sich, wenn es so war, schon die Frage, ob eben das nicht ein klassischer Fall von Notwehr war.

    Alles in allem eben kein klarer Fall davon, wie sehr unsere Jugend verroht.

    Wenn mich (oder ich denke auch dich) jemand verfolgt und hinterrücks angreift wäre Verteidigung sicherlich eine durchaus angemessene Reaktion.
    Oder wie siehst du das?

    Siehe auch:
    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/kantholz-attacke-vor-duesseldorfer-strassenbahn-war-womoeglich-notwehr-a-926349.html

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  3. By Heiko (Autor) on

    Guten morgen.

    Ich stimme dir voll und ganz zu. Der Mann ist es in meinen Augen selber Schuld , ab dem Moment wo er weiter als die „mündliche“ Verwahrung gegangen ist.

    Und ich habe auch dann Verständnis für die Jugendlichen.

    Bei uns gibt es einen Leitsatz:“Lieber einer der dich verurteil, als sechs die dich zu grabe tragen.“

    Ich hätte wohl nicht anders reagiert, wenn ein Betrunkener auf mich los gegangen wäre und in der Nähe ein Kantholz gelegen hätte. Nur wäre für mich Schluss gewesen wo er „ausser Betrieb“ gesetzt war. Auch hätte ich Polizei und Notarzt gerufen.

    Und wer in einer solchen Situation gesteckt hat, der kann die Jugendlichen dann auch verstehen. Wenn am Abend ein Betrunkener auf die Losgeht, dann reagieren so ungeschulte und junge Leute irgendwann. Denen kann man keinen Vorwurf machen. Vieles passiert im Effekt, im Adrenalin rausch. Sie habe nur ihr Leben verteidigt.
    Ich denke auch der Richter wird das so sehen.

    Dann ist dieser Fall als Beispiel nicht mehr brauchbar, aber eine Verrohrung der Jugend findet dennoch statt. Dann waren das noch friedliche Jugendliche.

    Bei uns reicht es manchmal aus nur Blöd zu schauen und die Ticken komplett aus.

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  4. By Christopher on

    Naja Schluss war für die ja auch, als er außer Betrieb war. Und das mit dem Krankenwagen rufen, hat die Freundin abgelehnt. Auch wenn das einen eigentlich nicht hindern sollte.
    Und sie haben sie von selbst bei der Polizei gemeldet, auch hoch anzurechnen. Irgendwie…

    Und ja ich stimme dir zu, es reicht häufig doof zu gucken um Stress zu bekommen.
    Ich möchte aber mal behaupten, dass es solche Dinge auch schon immer gab… Nur heutzutage wird halt jede „kleine“ Schlägerei in einem unterbayrischen Dorf gleich in der NRW Bild auseinander genommen. Daher hat man auch oft einfach das Gefühl, dass mehr passiert, obwohl es vielleicht gar nicht so ist….

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    1. By Heiko (Autor) on

      Es gab es schon immer, da stimme ich dir zu. Nur nicht so viel wie früher. Heute gibt es viel mehr von diesen Gewaltbereiten Mitmenschen als früher.
      Auch hat man früher aufgehört wenn der Gegner auf dem Boden lag und diese nicht noch weiter bis zum Tot dem Kopf eingetreten. Das gab es früher fast gar nicht und vor allem nicht so viel!

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  5. By Blogolade on

    Wichtige Frage die sich wirklich jeder immer stellen sollte!

    Christophers Kommentare finde ich allerdings auch sehr interessant.

    Insgesamt kommt einem die Gesellschaft so verroht vor, weil vieles durch schnelle Medien, die es vor 20-30-100 Jahren noch nicht gab, dokumentiert und gepusht wird. Nichts desto trotz haben viele Menschen, egal zu welchen Zeiten, viel zu viele Aggressionen in sich. Ich wünschte es gäbe einen Schalter dafür, einen „ach komm, ist nicht so wichtig!“-Schalter

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  6. By Christopher on

    Also wenn man der Kriminalstatistik des BKA trauen darf (Daten jetzt mal nur von 1987 bis 2012) hat sich die Kriminalität in Deutschland zwar erhöht, aber das jetzt keineswegs signifikant:
    Straftaten insgesamt:
    1987 gab es 7265,1 Fälle auf 100.000 Einwohner
    2012 waren es 7327,4 auf 100.000 Einwohner

    Die Zahl der Körperverletzungen hat sich in dem Zeitraum auf 100.000 Einwohner gesehen in etwa verdoppelt,
    Die Straftaten gegen das Leben ( Mord, Totschlag, Tötung auf Verlangen und die fahrlässige Tötung) haben sich in dem Zeitraum allerdings quasi um 1/3 reduziert. (von 5,7 auf 3,7 pro 100.000).

    Also das die Gesellschaft gewalttätiger geworden ist, mag sein.
    Es ist aber nicht so schlimm wie es die Herren in den Redaktionen von Bild, MoPo, Express, Kurier etc. uns ständig verkaufen möchten.

    Und da ja gerne der Aspekt Ausländer in solchen zusammenhängen auftaucht:
    1987 waren 20% „Nichtdeutsche Tatverdächtige“, 2012 waren es 24%.
    Also das sieht jetzt auch nicht nach Herrschaft der Zugezogenen aus… Zumal ja 1987 auch nicht ständig in jeder oben erwähnten Zeitung stand, das uns angeblich (die völlig an den Haaren herbeigezogene) „Übervölkerung droht.“

    Also halte ich fest, wenn man natürlich einmal persönlich von solchen Ereignissen betroffen war, wie du, Heiko, ist man natürlich sensibilisierter bei dem Thema…

    Aber Sätze wie „Dessen Gruppierung ich hier aus politisch korrekten Gründen nicht nennen möchte – welche aber als unberechenbar gelten. “ finde ich persönlich moralisch mehr als grenzwertig….

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    1. By Heiko (Autor) on

      Danke dir für die Antwort. Gerne würde ich das Thema gerne weiter diskutieren, aber die Thematik ist mir zu heikel um sie hier zu besprechen. Aber ich verstehe was du meinst.

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  7. By Christopher on

    Ok. Ich find es auf jedenfall gut, das du damit öffentlich umgehst. Und nicht einfach mir nichts, dir nichts nen paar Kommentare löschst.

    Außerdem hab ich durch deinen Beitrag tatsächlich mir auch einmal selbst die Frage gestellt und bin zu einigen interessanten Erkenntnissen gekommen.

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  8. By Blogolade on

    Ganz von der o.g. Problematik ab kann ich mich ja immer sehr darüber aufregen, wie verkompliziert das alles ist mit der politischen Korrektheit. Man weiß heute gar nicht mehr, was man noch sagen darf.

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  9. By Christopher on

    Relativ einfach:
    Sobald man an einen Satz „das wird man ja noch sagen dürfen“ anhängen kann oder der Satz mit „Ich bin ja kein Nazi / Nationalist / Strammkonservativer, aber …“ beginnen könnte, sollte man es sich verkneifen.

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