Ich bin IT´ler von Herz bis Fuß. Mein Hobby habe ich dann irgendwann zu meinen Hauptberuf gemacht.

So lange ich keine Familie gründe, so lange habe ich viel Freizeit.
Da alles um mich herum „bekindert“ ist, weiß ich teilweise nicht was ich mit meinem Feierabend anfangen soll.

Darum habe ich vor zwei Jahren mir einen Nebenjob (Minijob) zugelegt.

Oft habe ich aber auch Anfragen zur „professionellen“ EDV Unterstützung bekommen. Auch das erstellen von Webseiten war häufig ein Thema. Das habe ich aber immer Kategorisch abgelehnt.

„Unter der Hand“ mache ich grundsätzlich nichts und ich bin der Meinung – das ich für das erstellen von Rechnung mich „richtig“ selbstständig machen muss. Also mit Gewerbe, Steuerberater, Privatversicherung, ect….

Das wiederum wäre mir zuviel Aufwand gewesen! Darum habe ich bis dato meinen Job im Sicherheitsdienst geliebt.

Zwar bekommt man dort in der Stunde nur den Mindestlohn von 8,50 Euro – aber man arbeitet legal und ist voll versichert. Man muss sich sonst um nichts kümmern.

Versteht mich nicht falsch, ich bin nicht Faul. Aber der „Aufwand“ und der „Ertrag“ hätten sich meiner Meinung nach für mich nicht gerechnet.

Ich habe einen 8 Stunden Hauptjob. Wenn ich Langeweile in meiner Freizeit habe, dann melde ich mich „zum Dienst“. Dann gehe ich dahin, arbeite und bekomme mein Geld. Warum soll ich also mich mit viel Aufwand und Risiko richtig Selbständig machen und dann am Ende das gleiche raus bekommen.

Nun habe ich in Erfahrung gebracht, das man als „Privatperson“ eine Rechnung schreiben darf. Freiberuflich oder als ein Kleingewerbe.

Da reicht es laut dem Internet dann aus – einmal im Jahr die Einnahmen und Ausgaben in der Einkommensteuererklärung aufzulisten und gut ist.

Da gibt es zwar dann eine Grenze von 17.500 Euro im Jahr – aber die würde ich nicht überschreiten. Das wären im Monat 1458,33 Euro.
Jetzt darf ich auch nicht mehr als 450 Euro verdienen.

Das wäre für mich perfekt. Dann würde ich den Sicherheitsdienst Minijob an den Nagel hängen und mein Hobby zum Nebenberuf machen.

Nur Grundvoraussetzung für mich ist, das ich eben nicht so einen riesen Aufwand habe, weil ich letztendlich neben meinem Hauptjob auch noch ein Privatleben habe.

Weder im Internet, noch bei der Lohnsteuerhilfe bin ich mit meinen Fragen weiter gekommen.

Daher werde ich mich jetzt mal an das Finanzamt wenden, die werden es ja wissen müssen.

Meine Fragen sind:

Wenn ich EDV Dienstleistungen im kleinen Rahmen – also innerhalb dieser 17.500 Euro Grenze im Jahr  – in Rechnung stellen möchte – was muss ich effektiv dafür tun?

1. Muss ich ein Kleingewerbe dafür anmelden oder kann ich diesen „Beruf“ auch ohne ein Kleingewerbe ausüben?

2. Reicht es wirklich aus, einmal im Jahr die Einnahmen und Ausgaben mit der Einkommenssteuererklärung abzugeben oder muss ich einen Steuerberater beauftragen und das ganze einmal im Monat machen?

3. Muss ich eine private Krankenversicherung abschließen?

4. Gibt es einen Unterschied, ob ich ausschließlich nur für einen Auftraggeber arbeite erstelle oder für mehre?

5. Muss ich sonstige monatliche abgaben tätigen? Thema Sozialversicherung und Steuer.

Wenn das geklärt ist für mich, also wenn ich wirklich mit kleinem Aufwand das ganze betreiben kann – dann werde ich das Thema richtig angehen.

 

 

 

 

14 Kommentare
  1. Frank
    Frank sagte:

    Ich würde mich an einen Steuerberater wenden, auch wenn dies ggf. ein Beratungshonorar erfordert. Der kann dir zu allen Fragen (das Finanzamt wird weder zur Krankenversicherung noch Sozialabgaben was sinnvolles sagen) helfen.

    Es macht einen großen Unterschied ob du nur für einen Auftraggeber arbeitest oder mehrere. Stichwort „Scheinselbstständigkeit“.

    Und zum Thema „Freiberufler“, auch hier sind die Berufsgruppen die darunter fallen klar definiert und z.B. an Ausbildung und Qualifikationen gebunden.

    Es ist sinnvoller sich von einem Profi beraten zu lassen als später Probleme zu bekommen, dazu ist das Thema m.E. zu komplex (wie sieht es mit der Unfallversicherung aus? Oder mit Haftplicht usw. ?)……

    Antworten
  2. Christoph
    Christoph sagte:

    Hallo Heiko,

    ich lese schon länger bei dir mit und habe das, was du dir gerade überlegst schon hinter mir (habe eine kleine Agentur für Softwareentwicklung und Webdesign) – zu deinen Fragen:

    1) Du benötigst einen Gewerbeschein – kriegst du beim zuständigen Gewerbeamt, kostet ein paar Euro. Damit kannst du loslegen. Du wirst einige Wochen (bis Monate) Post vom Finanzamt bekommen – das ist ein Fragebogen wo du schätzen sollst, wieviel du einnehmen wirst. Einfach deine Prognosen reinschreiben. Rechnungen stellst du immer Brutto, du weist also keine Mehrwertsteuer/Umsatzsteuer aus (wichtig!). Zudem schreibst du auf deine Rechnung „Laut § 19 UStG Kleinunternehmerregelung wird keine USt erhoben.“ oder ähnlich. Du darfst keine Mehrwertsteuer ziehen und keine ausweisen – sonst bist du kein Kleinunternehmer mehr. Dem Finanzamt teilst du einmal schriftlich mit, dass du von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machst (heißt fürs FA: keine Umsatzsteuer von dir).

    2) Du machst die Einnahmen/Überschussrechnung und ergänzt bei deiner Einkommenssteuer die Anlage Gewerbe und die Anlage EÜR – entsprechend ausfüllen, ist nicht umbedingt ein Steuerberater nötig.

    3) Setz dich dazu mal mit deiner Krankenversicherung in Verbindung, ob es da bei dir bestimmte Grenzbeträge gibt – i.d.R. brauchst du aber keine private Krankenversicherung (insbesondere als Kleinunternehmer).

    4) Ja, es sollte schon mehr als einer sein, sonst könnte deine Arbeit als Scheinselbstständigkeit ausgelegt werden.

    5) Nein, als Kleinunternehmer fällst du bei fast allen Abgaben unten raus – einzige Ausnahme – die IHK. Die werden dir nach deiner ersten Steuererklärung eine Rechnung schicken – da gibts aber auch Möglichkeiten sich befreien zu lassen, etc. Der Betrag für Kleinunternehmer ist ohnehin ziemlich gering (ich habe damals 51 Euro/Jahr an die IHK gezahlt).

    Zu dem anderen Kommentar:
    Freiberufler wirst du nicht werden können – das setzt eine Ingenieursähnliche Berufsqualifikation voraus – ist für Kleinunternehmer sowieso ziemlich unrelevant.

    VG Christoph

    Antworten
    • Heiko
      Heiko sagte:

      Hallo Christoph, danke dir für die Infos.
      Ich hatte noch ein Gespräch mit einem Steuerberater der sich mit deinen Aussagen deckt.
      Das mit dem Freiberufler geht wirklich nicht 😉 Aber dann melde ich eben ein Gewerbe an. Kostet ja nicht viel und ist mit deutlich weniger aufwand verbunden als gedacht.

      Antworten
  3. Tommy
    Tommy sagte:

    Hey Heiko,

    ich war mehrere Jahre ständig selbst. Sowohl als Kleingewerbe betreibender als auch als richtig selbstständiger Unternehmer.

    Die Informationen vom Finanzamt hier in Köln kannste in der „Pieff roche“ würde der Kölner sagen.

    Für Nebentätigkeiten würde ich dir den kleinen Gewerbeschein empfehlen. Wichtig dabei ist eigentlich nur, sich nicht festzulegen. Somit bleiben dir die Türen in alle Richtungen offen.

    Es gibt einen sogenannten Gewerbeschein mit dem Titel „Handel von Waren und Dienstleistungen aller Art“. Damit darfst du nicht nur EDV Dinge erledigen sondern auch Waren jeglicher Art vertreiben… falls es mit der EDV dann doch mal nicht so läuft 😉

    Ein guter Einstieg sollte folgende Seite sein:

    http://www.gewerbeauskunft-zentrale.org/main/gewerbeanmeldung.php

    LG
    Tommy

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    • Heiko
      Heiko sagte:

      Moin Tommy,

      danke dir für die Information. Das mit dem “Handel von Waren und Dienstleistungen aller Art” werde ich mal aufschreiben.
      Wenn dem so ist, dann Danke für diesen Wertvollen Tipp.

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  4. Tux2000
    Tux2000 sagte:

    Zur privaten KV (Frage 3):

    Nein, die willst Du nicht. Wirklich nicht. Und Du mußt schon gar nicht. Du kannst auch als Selbständiger „freiwillig“ in der gesetzlichen KV bleiben. Das ging bei mir vor gefühlt 10 Jahren entweder mit einem formlosen Dreizeiler oder mit einem Telefonat, jedenfalls ohne jede Anstrengung meinerseits. (Damals allerdings 100% Freiberufliche Tätigkeit, keine „Firma nebenbei“.)

    Bei der privaten KV mußt Du immer im Hinterkopf haben, dass sich Deine Beiträge nach der Wahrscheinlichkeit berechnen, dass Du krank wird. Im Moment magst Du außer ein paar kg Speck zuviel ganz gesund sein, und die Beiträge zur privaten KV sind durchaus attraktiv. Wenn Du dann aber alt, grau und vor allem deutlich wahrscheinlicher krank wirst, gehen die Beiträge schneller in die Höhe als eine Ariane 5.

    Und am Rande: Du trittst bei der privaten KV immer erst einmal in Vorleistung, die KV erstattet Dir „irgendwann später mal“ Deine Kosten. Du solltest also immer ein paar hundert Euro für akute Erkrankungen oder Unfälle bereithalten, und Deine Finanzplanung muß so ausgelegt sein, dass Du dieses Geld auch unter allen Umständen bereithalten kannst – auch bei einer Steuernachzahlung oder anderen Überraschungen.

    Es läge ja nun nahe, ein assoziales Arschloch zu sein und jetzt die billige private KV zu nehmen und dann, wenn altersbedingt die Beiträge unattraktiv werden, zurück in die gesetzliche KV zu wechseln und der Gemeinschaft die höhere Krankheitswahrscheinlichkeit aufzubürden.

    Nur hat da mal jemand mitgedacht und diese Wechselmöglichkeit fast vollkommen ausgeschlossen. In die private KV kommst Du ganz leicht, raus und zurück in die gesetzliche nur mit sehr viel Mühe. Wer einmal in die private KV wechselt, wird also sehr wahrscheinlich bis ins Greisenalter in der privaten KV bleiben und mit zunehmendem Alter sehr viel Geld dafür ausgeben.

    Kinder und Ehepartner sind in der privaten KV übrigens nicht automatisch mitversichert, anders als in der gesetzlichen KV. Die mußt Du separat absichern, z.B. wenn der Partner noch gesetzlich versichert ist, über den Partner, sonst über weitere private KV-Verträge.

    Fortsetzung folgt.

    Antworten
    • Heiko
      Heiko sagte:

      Guten morgen Tux2000, da hast du mir aber viel zu lesen gegeben 🙂
      Das mit der KV habe ich etwas unglücklich gefragt. Für mich stellt sich nur die Frage ob ich es MUSS. Wenn ja, dann hat sich das Thema Selbstständigkeit für mich komplett erledigt.
      Deinem Text entnehme ich, das du auch Erfahrung damit hast. Viele Selbstständige die ich kenne müssen sich auch mit einen Argumenten rumschlagen und das wäre mich für eine Nebentätigkeit zu viel.

      Antworten
      • Scrooge
        Scrooge sagte:

        Hallo Heiko,

        das Thema KV kann man eigentlich auf recht wenige Fälle reduzieren:

        1. Sozialversicherungspflichtiger Hauptjob plus kleine selbständige Nebentätigkeit:

        Bei einem Jahresverdienst UNTERHALB der Pflichtversicherungsgrenze (aktuell 53.550 EUR) bist Du in der gesetzlichen KV, Du hast gar keine Chance auf eine private KV und brauchst Dir keine Gedanken zu machen. Der GKV-Beitrag ist vom Einkommen abhängig und ist mit der Beitragsbemessungsgrenze (Jahreseinkommen ab 48.600 EUR) gedeckelt, d.h. dies ist der Höchtbetrag, ab dann wird Deine KK nicht mehr teurer.

        Dies bedeutet, dass Du überhaupt erst ab einem dauerhaften Jahreseinkommen von über 53.550 EUR die Wahl zwischen PKV und der „freiwilligen“ GKV hast und in der GKV auch automatisch den Höchstbeitrag zahlst.

        (Etwas unklar ist mir, ob der GKV bei einem sozialversicherungspflichtigem Hauptjob generell der Nebenjob egal ist oder ob die das Einnahmen daraus trotzdem gerne in die Beitragsberechnung mit hineinnehmen möchten.)

        2. Selbstständig und Familienversicherung:

        In der Familienversicherung kann man als Selbstständiger nur sein, wenn man unterhalb von 400 EUR pro Monat verdient (durchschnittlich vom Jahresgewinn zu berechnen) UND gleichzeitig die Selbstständigkeit nur nebenberuflich ausgeübt wird, also nur eine maximale Stundenanzahl pro Woche umfasst.

        Wenn eines davon nicht passt, ist man sofort und rückwirkend aus der Familienversicherung raus und muss die „freiwilligen“ Beiträge (siehe 3.) nachzahlen.

        3. Selbständiger Hauptjob:

        Du hast von Anfang an die Wahlmöglichkeit zwischen GKV und PKV. Die PKV berechnet den Beitrag immer einkommensunabhängig anhand Deines Alters und Gesundheitszustandes und legt Rücklagen an, damit die Beiträge im Alter nicht durch die Decke steigen.

        Die GKV berechnet Deinen Beitrag mehr oder weniger fiktiv und nehmen erst einmal an, dass Du als Selbständiger über 48.000 EUR verdienen wirst und wollen den Höchstbeitrag von Dir. Wenn Du weniger Verdienst hast und weniger zahlen möchtest, musst Du es denen belegen, was Dir mit Pech erst anhand des Steuerbescheides des letzten Jahres gelingt. Wenn Du dann weniger eingenommen hast, bezahlst Du in Zukunft weniger Beitrag, aber es gibt rückwirkend kein Geld zurück. Wenn die Kasse jedoch feststellt, dass Du im vergangenen Jahr mehr verdient hast als angegeben, wird Dir der Beitrag jedoch rückwirkend in Rechnung gestellt.

        D.h.: Einkommenssenkung wird immer nur für die Zukunft berücksichtigt, Einkommenssteigerung dagegen auch für die Vergangenheit. Als reiner Selbstständiger ist die GKV etwas anstregend, die Entscheidung zwischen GKV und PKV ist dann eher von der persönlichen Natur und vor allem von der Lebensplanung abhängig.

        Bei Dir kommt eigentlich nur Punkt 1 in Frage und ich gehe nicht davon aus, dass Du die Pflichtversicherungsgrenze erreichst, also weiterhin GKV.

  5. Tux2000
    Tux2000 sagte:

    Fortsetzung, generell zur Selbständigkeit und Deinen Fähigkeiten:

    Hast Du mal überlegt, wie viel Zeit Dich eine Selbständigkeit, auch als Nebenjob, kosten wird? Mit etwas Basteln am PC ist es nicht getan, es kommt etwas Verwaltungsarbeit dazu (Rechnungen schreiben, Papierkrieg mit Finanzamt, KV, Rentenversicherung, etc.), und wenn Du nicht nur für drei Leute aus dem Bekanntenkreis mal was basteln willst, vor allem Werbung, Werbung, Werbung.

    Rechtschreibung:

    Vorweg, schonmal bei einem anderen Thema geschrieben: Ich kann Dich nur anhand Deines Blogs beurteilen, weil ich Dich nicht persönlich kenne.

    Wenn Du mir ein Angebot für IT-Dienstleistungen (oder sonst irgendein Schriftstück) mit dermaßen schlechter Rechtschreibung und Grammatik schicken würdest wie Du sie hier im Blog teilweise zeigst, würde das nach so etwa der dritten Zeile im Altpapier bzw. im /dev/null landen. „Ich hab’s nicht besser gelernt“ ist keine Entschuldigung, „ich kann’s nicht besser“ erst recht nicht. Jede halbwegs ernstzunehmende Textverarbeitungssoftware hat eine Rechtschreibprüfung, ebenso wie viele Mail-Clients. Auch Grammatik kann geprüft und berichtigt werden, wenn auch noch nicht auf dem guten Niveau wie die Rechtschreibung. In jedem Fall würden diese Funktionen Deine Fehlerquote drastisch reduzieren.

    Warum hacke ich so darauf herum?

    Wenn Du mir als Deinem potenziellen Kunden sehr fehlerhafte Texte schickst, sei es auf Papier oder per Mail, sagt das etwas über Deine Arbeitsweise aus, und darüber, wie sehr Du mich als Kunden schätzt. Im Klartext:

    Texte, die aussehen wie von einem Dreijährigen geschrieben, sagen mir erstens, dass Du Deine eigene Arbeit nicht überprüfst. Dein Qualitätsanspruch ist also irgendwo unter dem Kellerfundament begraben. Ich muß also mit schlechter bis sehr schlechter Leistung von Dir rechnen. Warum soll ich schlechte Leistung einkaufen?

    Zweitens sagt es mir, dass Du Dir nicht einmal die Mühe machst, in der Textverarbeitung oder im Mail-Progamm den einen Button anzuklicken, der die Rechtschreibung und Grammatik prüft. Oder, je nach Programm und dessen Voreinstellung, die deutlich sichtbaren Warnungen des Programms über mögliche Rechtschreibfehler völlig ignorierst. Ich werde also den Eindruck bekommen, dass es Dir egal ist, was ich als Kunde über Dich als Dienstleister denke. Wieder das Qualitätsproblem. Warum soll ich Leistung von jemandem einkaufen, dem seine Arbeit und seine Kunden völlig egal sind?

    Gut, ein Argument, Deine Leistung trotzdem einzukaufen, könnte der Preis sein. Wenn Du deutlich billiger als die Mitbewerber bist, und meine Qualitätsansprüche an den Job gegen Null gehen, dann würde ich Dir den Job vielleicht doch geben. Dann mußt Du aber DEUTLICH unter den marktüblichen Preisen arbeiten und realistisch betrachtet könntest Du dann besser beim örtlichen Discounter Dosen in die Regale räumen.

    Wenn Du dann, während so eines Versuchsballon-Jobs, wirklich exzellente Leistungen zeigst, und nur Deine Rechtschreibung und Grammatik für die Tonne sind, hättest Du gute Chancen auf einen Anschluß-Auftrag, auch zu etwas realistischeren Preisen. Und ich würde Dir dringend raten, die Rechtschreib-Prüfung zu nutzen.

    Nutz‘ die Prüfung also gleich, das erspart Dir das Unterbieten der Mitbewerber.

    Selbstbewußtsein:

    Au weia, das böse Wort.

    Kannst Du an einem böse blickendem Schlägertypen vorbeigehen, ohne Dir vor Angst in die Hose zu machen? Ich weiß, dass Du das IMHO fehlende Selbstbewußtsein mit Kampfsport kompensieren willst. Ich denke aber auch, dass Dir das nicht wirklich gelingt. Das sieht man auch an kleineren Dingen. Nimm nur die unendliche Geschichte der Schrott-Brille. Wie lange hast Du Dir da von Deinem Dienstleister bzw. Lieferanten auf der Nase herumtanzen lassen? Und wie hast Du es ihm gedankt? Richtig, Du hast Dir noch eine Schrott-Brille aufschwatzen lassen. Und die hast Du nicht einmal gründlich überprüft.

    Zurück zum Schlägertyp. Kannst Du den Typen daran hindern, sich durch den VIP-Eingang in den Backstage-Bereich zu drängen und dort die von Dir und Deinen Kollegen zu schützenden VIPs zu ärgern oder gar zu verprügeln? Wirklich? Ich glaube nicht. Mag sein, dass ich Dich falsch einschätze. Aber mit den Security-Leuten, die ich hier in der „großen Stadt“ im Alltag sehe, hältst Du wahrscheinlich nicht einmal ansatzweise mit. Ich hab keine Ahnung, wie Du an den Security-Job gekommen bist, aber ich sehe Dich da als grandiose Fehlbesetzung. Mein Eindruck ist, dass dieses Unternehmen hauptsächlich Security-T-Shirts „mit Füllung“ vermietet, an Leute, die keine Security-Leute brauchen, aber mit ihnen angeben wollen.

    Was hat das alles mit Selbständigkeit zu tun? Mehr als nur die ersten 6 Buchstaben, aber das ist der Kern. Mit „Pieps, Pieps, ich bin eine kleine graue Maus, bitte tritt mich nicht zu Brei“ kommst Du als Selbständiger nicht weit. Du mußt sicher auftreten können, und das geht ohne gesundes Selbstbewußtsein schlicht nicht. Bis zu einem gewissen Grad kann man Schauspielen, aber wenn vom Gegenüber dann mal etwas Gegenwind kommt, hilft nur echtes Selbstbewußtsein.

    Fortsetzung folgt.

    Antworten
    • Heiko
      Heiko sagte:

      Ich versuche mich mal kurz zu fassen. Ich glaube du hast meinen Text falsch verstanden. Es soll und ist eine Nebentätigkeit für mich.
      Es kommen auf mich Menschen zu die meine Arbeit haben wollen. Diese möchte ich bedienen. Wenn ich im Monat 1~3 Rechnungen schreibe, dann ist das schon viel.
      Ich will keine „Firma“ mit viel Geld gründen, Werbung machen und den Wettbewerb aufmischen. Seit 2001 arbeite ich nun in unserem Betrieb. Mein Chef ist auch meine Schwager und ich bin dadurch auch privat mit ihm Befreundet.
      Ich sehe womit er sich rum schlagen muss. Ich verstehe was du meinst und bin ich manchen Teilen voll bei dir, aber ich möchte mich nicht „richtig“ Selbstständig machen.
      Dafür habe ich meinen richtigen Job.

      Antworten
  6. Tux2000
    Tux2000 sagte:

    Unterstützung:

    Es gibt vom Arbeitsamt geförderte Existenzgründer-Seminare. Mach Dich da mal schlau, ob Du die Förderung auch für einen Nebenjob bekommen kannst. Ich hab damals, nach der Kündigung durch den Arbeitgeber, ein Drei-Tage-Seminar für 50 € bekommen. Das ist natürlich verdammt wenig Zeit, aber ich hab daraus einiges an Know-How mitgenommen.

    Red mal mit einem Steuerberater. Schreib Dir vorher mal einen groben Business-Plan zusammen, für die ersten drei bis fünf Jahre. Der muß nicht 100% stimmen, sollte aber auch nicht frei erfunden sein. Wie viele Aufträge sind realistisch, wie viel Zeit brauchen die, was bringen die an Umsatz, was hast Du an Ausgaben für Material, Werbung, zugekaufte Dienstleistungen, KV, RV? Der Steuerberater wird Dir sagen können, was Dir das Finanzamt vom Umsatz wieder wegnimmt (nimm eine Packung Taschentücher mit, Du wirst sie brauchen!), und ob die Zahlen überhaupt realistisch sind. Und was am Ende des Tages wirklich an Geld bei Dir hängen bleibt.

    Präsentation:

    „Fahrstuhl-Gespräch“: Kannst Du Deine Dienstleistung / Deine Firma in der Zeit, in der Du mit einem potenziellen Kunden in einem Fahrstuhl nach oben / unten fährst, so gut präsentieren, dass der Kunde anbeißt? Oder kürzer: Du hast 20 Sekunden, um mich zu überzeugen, dass ich Dich brauche. Schaffst Du das, bleibe ich stehen und verlange Deine Visitenkarte. Schaffst Du es nicht, bin ich für immer weg.

    Du hast eine positiv auffallende, professionelle Visitenkarte, richtig?

    Gönn Dir mal einen Kurs für Präsentationstechniken, z.B. an der örtlichen Volkshochschule. Während meines FH-Studiums wurde das als Kurs „Rhetorik“ angeboten, das ist nach meinem Sprachverständnis aber der falsche Begriff. Lerne, wie man vor einer größeren Menschenmenge einen Vortrag hält. Einen vorbereiteten Text zu verlesen zählt da nicht, freie Rede ist gefragt. Stichwortkarten sind ok, ein vorbereiteter, einleitender Satz auch. Während der Übung sollte eine Kamera den Vortrag aufzeichnen, anschließend sollte der Vortrag anhand der Aufzeichnung diskutiert werden. Das Ganze über drei bis vier Runden, wobei Du von Runde zu Runde besser wirst. Eine gelungene Präsentation ist 90% lernbare Technik (auch Augenkontakt ist lernbar) und 10% Erfahrung.

    Sehr eng dazu gehört auch die Vorbereitung von Präsentationsfolien, sei es auf echter Folie mit Overhead-Projektor oder mit Werkzeugen wie Powerpoint und einem Beamer. Stichpunkte statt ausformulierter Texte, nur wenige – wichtige – Informationen pro Folie, Struktur des Vortrags (ergebnisorientiert oder Herleitung), Zeitschätzung anhand der Seitenzahl, Backup-Folien, um die Präsentation zu strecken (Folie zeigen) oder zu kürzen (Folie überspringen). Auch hier gilt: 90% Technik, 10% Erfahrung.

    Ich kann Dir mit einem Foliensatz – sagen wir mal 20 Folien + Deckblatt + Abschlußfolie – einen 5-Minuten-Vortrag hinlegen, bei dem nur knallhart das Ergebnis vorgestellt wird (Deckblatt, Folie 1, Abschlußfolie), eine 30-Minuten-Präsentation mit ca. 5 Folien (+ Deckblatt + Abschlußfolie), oder auch eine zweistündige detailierte Erläuterung des Ergebnisses mit Lösungsweg und Problemanalyse hinlegen. Welche Präsentation Du haben willst, sagst Du mir erst, wenn das Deckblatt auf dem Projektor liegt. Kein Problem, das ist reine Technik, gestützt darauf, die Folien passend zu strukturieren.

    Wenn Du nur PCs schrauben willst, brauchst Du die Folientechnik nicht zwingend, aber das freie Reden solltest Du draufhaben. Siehst Du die Parallele zum Fahrstuhlgespräch?

    Fahrstuhlgespräch = Folie 1, kein Deckblatt, keine Abschlußfolie. Nur ohne die Folie zu zeigen.

    Die 10% Erfahrung kommen ins Spiel, wenn die Technik versagt oder das Publikum „doof“ ist. Von den 10% kann man die technische Hälfte mit einer Ersatzlösung erschlagen (ausgedrucker Foliensatz statt Powerpoint, ausreichend ausgedruckte Handouts, eigener Beamer), die menschliche mit angelernten Tricks: „Grüßen Sie schön von mir“, wenn irgendein Idiot das Handy nicht ausschalten kann und unbedingt während des Vortrags telefonieren muß. Du hast die Lacher auf Deiner Seite und der Idiot sitzt mit knallrotem Kopf im Saal. Bewußt deutlich leiser sprechen oder mitten im Satz abbrechen, wenn Leute anfangen, den Vortrag durch Tuschelei zu stören.

    Tux2000

    Antworten
  7. mirs
    mirs sagte:

    @Tux2000

    Generell sind bei deinen Ausführungen sehr wichtige als auch richtige Argumente dabei. Das Thema mit der Präsentation ist im Allgemeinen richtig nur bei Heiko und seinem Schrauberhobby sicherlich das geringste Problem.

    Antworten

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