15 September 2009

Veränderung – Teil 2

Eine weitere große Veränderung steht an.

Eines vorab: Weder wird der Bauch meiner Frau kugelig, noch wechsel ich meine Arbeit.
Ich ziehe mit meiner Frau zusammen Wir ziehen in eine gemeinsame Wohnung!

Ok, das mag nicht spektakulär klingen und eigentlich wohne ich schon mit ihr zusammen.
Aber das ist was anderes.

Ich wohne jetzt seit 12 Jahren in MEINER Wohnung. Das hat sich bis jetzt auch nicht geändert. Auch die 7 Jahre, die ich mit meiner vorherigen Freundin darin gewohnt habe, habe ich immer wert darauf gelegt, dass es meine Wohnung war.

Wenn was gekauft wurde, dann hat es einer gekauft und es gehörte im alleine, auch wenn der andere es mitbenutzen durfte.

Das hatte nichts mit der Freundin zu tun. Das lag und liegt an mir. Keine Ahnung warum. Vielleicht gebe ich mein Leben eben nur ungerne aus der Hand.
Ich habe damals, als meine Ex-Freundin einen neuen Kühlschrank wollte und diesen auch gekauft hatte, meinen alten solange weggestellt und nicht entsorgt.
Heute bin ich zwar froh drum, so musste ich mir beim Auszug keinen neuen kaufen, aber meine „meins“ oder „deins“ Einstellung nach 7 Jahren Beziehung war schon leicht krankhaft.

Egal was mir im Leben passiert ist, meine Wohnung war und ist immer mein Rückzugspunkt. Meine Festung. Alle Einrichtungsgegenstände waren meine! Egal, was passierte.

Aber genau das werde ich meiner Frau zuliebe nun ablegen.
Mit der Ehe bin ich ein „wir“ eingegangen und das muss ich nun lernen.
Auch wenn es mir noch oft schwer fällt.

Und nun ziehe ich noch aus meiner Festung aus und ziehe in eine gemeinsame Festung.

Es ist gut so. Gut für unsere Ehe. Weil ich bis heute meine Frau immer noch als Gast in meiner Wohnung sehe. Darum bekomme ich auch die Krise wenn Gegenstände, welche 12 Jahre immer an der gleichen Stelle sind, plötzlich wo anders liegen müssen.
Wenn gewisse Abläufe plötzlich anders ablaufen müssen. Würden wir hier wohnen bleiben, dann ginge das auf Dauer nicht gut.

Nun ziehen wir rund in einem Monat in eine größere Wohnung ein. Wir werden uns komplett neu einrichten, da meine alte Einrichtung mein Neffe bekommt. Das muss sein! Weil sonst bleiben es „meine“ Möbel.

Auch werden wir das „gemeinsam“ anschaffen und nicht der eine die Couch und der andere den Schrank.

Dann gibt es auch eine neue Ordnung. So kann man sich einigen, wo was hingehört, weil für beide alles von neu anfängt. Ich muss mich nicht umgewöhnen und meine Frau hat ihre Sachen da, wo sie es für sinnvoll hält.

Es fällt mir trotzdem sehr schwer. Keine Heizung, mini Bad und kleine Wohnung. Aber ich liebe sie. Meine Wohnung. Ich habe eine persönliche Beziehung zu ihr. Da konnte ich machen, was ich wollte und musste nach keinem Fragen. Hatte meine Ruhe, wenn ich das wollte.

Nun ziehen wir in eine Wohnung. Da kann ich nicht mehr so benehmen, wie ich will. Da kann meine Wäsche nicht mehr einfach da abgelegt werden, wo ich mich gerade ausziehe.

Im Kleiderschrank muss alles ordentlich sein. Und es kann auch passieren, dass mal Besuch vorbei kommt von dem ich nix weiß.

Ich hoffe nur eines wieder durchgesetzt zu bekommen.
An meiner jetzigen Klingel ist ein Ausschalter. Der hat sich in 12 Jahren oft bewährt. Meine Klingel ist nur an, wenn ich weis das jemand kommt.
Keine Zeugen Jehovas und Sonstiges.

Kein spontaner Besuch. Ich lauf bis auf die Unterhose immer nackt durch meine Wohnung. Keine Lust mich immer anzuziehen – wenn es klingelt.

Mal schauen wie es abläuft. 
Ich werde darüber schreiben.



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Verfasst September 15, 2009 von Heiko in category "Privates

Über den Autor

Heiko

6 COMMENTS :

  1. By opatios on

    „Mal schauen wie es abläuft.
    Ich werde darüber schreiben.“

    Da sag ich nur: Wir sind gespannt.
    Und ich wünsch Euch viel Glück dabei- in jeder Hinsicht!

    Antworten
  2. By Isa on

    Hallo,
    ich wünsche dir und auch deiner Frau, viel Glück das ihr das hinbekommt mit der ersten gemeinsamen Wohnung. Auch für dich das du dich auf ein „Wir“ wirklich einlassen kannst.
    Sonst wird es sicherlich schwierig und da sind sicher Eindringlinge von aussen (dein Beispile Zeugen Jehovas) noch das geringste Problem.
    Also, *daumendrück* und eine schöne Zeit wünsche ich Euch.
    Beste Grüße
    Isa

    Antworten
  3. By noch ein Markus on

    dann viel Glück schonmal!

    das Sachen an einem Tag an der gleichen Stelle liegen wie am Tag vorher wurde bei mir ja auch mit dem Einzug meiner Frau abgeschafft.
    viel zu einfach.

    lalaalaaa …
    🙂

    Antworten
  4. By Irene on

    Oh, das mit „Mein“ und „Dein“ in einer Beziehung kenne ich auch. Ich habe bis vor 4 Wochen 4 Jahre lang auch in MEINER Eigentumswohnung mit meinem Ex-Freund gewohnt. Er hat MEINE Küche benutzt und MEINE Möbel…etc.p.p. Das kenne ich und fand ich auch nicht gut. Ich wollte immer ein „WIR“, aber er hat es irgendwie nicht zugelassen. Naja…letzen Monat ist er wegen einer Jüngeren ausgezogen. Jetzt weiss ich warum. Ich wünsche Euch viel Glück beim Einrichten EURER Wohnung und drücke die Daumen!!

    Antworten
  5. By Heiko on

    Hach. Kennst Du dieses hach?

    Wir heißen nicht nur gleich sondern haben da einiges gemeinsam.
    Meine alte Wohnung war MEINE, alles war MEINES. War halt so.
    Ich hab auch mehr bezahlt, da ich mehr verdiene.
    Bei der Trennung war das irgendwie von Vorteil.

    Jetzt wohne ich seit 14 Tagen mit meiner „neuen“ Freundin zusammen. Hier ist alles UNSER, auch wenn mir ab und an „mein“ rausrutscht – aber das wird schon 😉

    Ich hab mein 16.000er DSL und Entertain bekommen. Was will MANN mehr 😉

    Antworten
  6. By Silencer on

    Ein großer und wichtiger Schritt.
    Ich kann Deine „Meins/Deins“-Einstellung in der Vergangenheit sehr gut nachvollziehen. Umso besser ist es, wenn Du den Schritt raus aus der Festung und rein in was gemeinsam Unbekanntes wagst.

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