10 Jahre Übergewicht, Gewichtsabnahme oder wie ich an meiner Motivation verzweifele

Da ich nun schon einmal beim Hausarzt war, sprach ich ihn auch gleich auf mein Übergewicht an.

Ich bin mittlerweile wieder bei einem BMI von 38 angelangt. Und das merke ich bei allem, was ich tue.

Das quietschen in der Lunge, erhöhten Blutdruck, Kurzatmigkeit, schnell aus der Puste und vieles mehr. Ich merke es bei dem Schritt, bei jeder Bewegung.

Meine Fettleberwerte sind nicht gut, mein Bauch drückt auf die Lunge und wie der Pulmologe feststellte, habe ich nur noch ein Lungenvolumen von rund 3,5 Liter wegen meins Übergewichts.

Wenn ich mich hier in meinem Blog so schaue, dann sehe ich – das ich seit 10 Jahren versuche abzunehmen.
Ich habe echt viel probiert. Viele Arten an Sport, viele Arten an Diäten und viele Arten von Ernährungsumstellungen.

Drei Mal verschiedene Epochen von Weight Watchers, Apotheken Rundschau Dreiecke zählen, zwei Mal Almased, zwei Mal LLID und diverse Ernährungsumstellungen.

Mir fehlt es nicht an Wissen. Mir fehlt es an der Umsetzung. An der langfristigen Umsetzung.

Mir fehlt es an Ausdauer. 2~3 Monate klappen gut. Ich schaffe es in 6 Monaten, mit Bewegung und guter Ernährung, 20 Kilo abzunehmen.

Und dann kommt irgendwann der Schlendrian. Und je öfter und Krampfhafter ich es versuche, je mehr lande ich am Ende im Übergewicht.

Als ich meine 95 Kilo 2011 erreicht hatte, bin ich zwei mal die Woche ins Fitnessstudio, drei mal die Woche zum Kung-Fu und habe nur zwei Essen am Tag gegessen. Das kann ich mal ein halbes Jahr durchziehen, aber dann hört die Motivation irgendwann auf.

Ich habe das alles meinem Hausarzt erzählt. Ihm auch gesagt, dass ich nach 10 Jahren einfach mit meinem Latein am Ende bin.
Abends keine Kohlenhydrate, mehr Bewegung, kleine Portionen, weniger Essen, …….

Wenn das alles für mich einfach wäre, so hätte ich seit 10 Jahren nicht damit zu kämpfen.
Mein größtes Problem ist, ich kenne kein Ende. Ich kenne selten ein Sättigungsgefühl.
Ich kann Unmengen Essen und nach 10 Minuten ist wieder Platz.

Der Arzt verwies mich an meine Krankenkasse. Dort solle ich mich mal mit einem Spezialisten unterhalten. Es gäbe da so viel Möglichkeiten. Angefangen von Reha Maßnahmen, über operative Möglichkeiten bis hin zu Kursen.

Ich war zwar mit der „Lösung“ nicht zufrieden, weil ich zu sehr voreingenommen war, aber ich versprach mich dort zu melden.

Und so wurde ich dann heute eines besseren belehrt.
Ich dachte, man steckt mich in einen Ernährungskurs oder Fitnesskurs.
Oder erzählt mir wieder was von Kohlenhydraten am Abend.

Zu meinem Stauen hörte man mir bis zum Ende zu und ich hatte das Gefühl man versteht mich. Das Gespräch ging rund 45 Minuten und am Ende wurde mir empfohlen, mich an ein Klinisches Adipositas Zentrum zu wenden.

Man könne zwar auch einfach jetzt irgendwas machen bzw. genehmigen, egal ob Kurse oder Operativ, aber das wäre nicht in meinem Interesse.

Ich fand die Idee gut. Weder habe ich Lust mich unters Messer zu legen, noch habe ich Lust etwas zu machen was ich schon kenne.

In so einem Zentrum schaut man erst mal individuell, was bei mir das Problem ist und erarbeitet ein gemeinsames und langhaltiges Konzept. Dort wird man dann auch so lange begleitet bis man sein Ziel langfristig erreicht hat. Und wenn etwas nicht funktioniert, dann werden weitere Maßnahmen besprochen.

Und so habe ich mich heute auch gleich in einem Adipositas Zentrum beworben.
Mit einem 8 Seiten Fragebogen 🙂

Kurze Zeit darauf bekam ich auch schon einen Anruf, das man mich gerne näher kennen lernen möchte. Das ich für ein solches Zentrum geeignet bin.

Nächsten Monat habe ich dort meinen ersten Beratungstermin.

Ich bin echt gespannt.

5 Kommentare

  1. Markus said:

    Hallo Heiko,

    weißt du was wirklich hilft? Und was mir damals auch geholfen hat? Sag deiner Frau, dass sie das so nicht hinnehmen soll. Ich kenne das selbst – die Frau sagt nichts, weil sie dich nicht verletzen will oder es auch überhaupt gar nicht so schlimm finden. Es gibt ja sogar Frauen (das will ich niemanden unterstellen) die das gut finden wenn der Partner etwas aus der Form gerät, damit er auf andere Frauen nicht mehr so attraktiv wirkt. Sag ihr, sie soll dich bitte darauf aufmerksam machen, sobald es wieder zu viel wird. Das ist das aller beste Mittel, um sein Gewicht erfolgreich zu halten 🙂

    Ansonsten, sind Diäten, wie du es sicherlich selbst besser weißt als ich, kein Zauberwerk: Du musst deinem Körper ein Kaloriendefizit zuführen, um erfolgreich abzunehmen. Auf welcher Art und Weise du das erzeugst (im Sinne von das es sich am wenigsten nach Verzicht anfühlt), muss man für sich selbst herausfinden. Deswegen: Versuch es nochmal. Scheiß auf irgendwelche teuren Pülverchen – das ist doch alles Abzocke. Fang an Kalorien zu zählen, so in der Größenordnung zwischen 1700-2000 sollten für dich als arbeitenden Menschen wohl ausreichend sein um abzunehmen. Es eilt ja nicht. Sieh zu das du deine tägliche Portion an Vitaminen zu dir nimmst (z.B. Kaisergemüse – 100gr / 33kcal ; 400gr davon gebraten sind schon ziemlich mächtig und praktisch zum Nulltarif zu verzerren) – um den Rest musst du dir bei einer einigermaßen ausgewogenen Ernährung sowieso keine Sorgen machen.

    Du hast kein Essensproblem, nur ein Motivationsproblem :-).

    Gruß

    Februar 17, 2016
    Reply
    • Heiko said:

      Danke für den Tipp. Das macht meine Frau schon. Sie ermahnt mich auch immer wieder.
      Sie versucht auch so KH Arm wie möglich zu kochen und auch nicht mehr so viel und so spät.

      Aber sie hat es auch nicht einfach mit mir in dem Punkt.

      Februar 17, 2016
      Reply
  2. Cars10 said:

    2 Worte:
    No Carb.

    Nur mal zum nachdenken:
    Wie viel Gramm Kohlenhydrate kann der Körper in Form von Glykogen speichern? Aus wie viel % KH besteht der Mensch? Braucht man KH, zum leben? Was macht der Körper mit nicht verbrauchten KH?
    Warum kann man zwar Unmengen KH essen und trinken, nicht jedoch Proteine oder Fett?
    Wie hat sich der Mensch vor 10.000 Jahre ernährt? Von Brötchen, Zuckerlimo, Schokoriegeln,Turboäpfeln und Klößen? Wie läuft der Stoffwechsel von Krebszellen, was brauchen diese unbedingt zum Überleben? Haben Eskimos, die sich traditionell ernähren, überhaupt Krebs? Wer verdient am Krebs? Warum wird man nicht satt, obwohl man 3 Hamburger isst? Muss man wirklich permanent essen und den Blutzuckerspiegel damit auf „Alarm hoch“ halten? Wieso reicht 3x essen am Tag aus, und man hat keinen Hunger und kann trotzdem Ausdauer- und Kraftsport machen? Woher kommt die schwachsinnige Ernährungspyramide und wer hat sie mit welcher Motivation propagiert? Der Vollwert- und Obstschwachsinn, oder warum es dem Körper letztlich scheißegal ist, woher die KH kommen und zu welcher Tageszeit sie gegessen werden usw.

    Ach ja: ich brauche noch ein 3. Wort: EIGENVERANTWORTUNG. Nicht Deine Frau, Deine Ärzte, die Gesellschaft oder die Welt schlechthin sind verantwortlich, sondern nur DU alleine. Wegducken gilt nicht! Und ja, wir Männer haben’s schwerer. Definitiv. Weil wir weniger Ausreden haben.

    Februar 18, 2016
    Reply
  3. Irene said:

    Hallo Heiko,

    Wo ist dieses Adipositaszentrum?? Das hört sich schon alles echt vielversprechend an und es interessiert mich auch.

    Ich drücke Dir alle Daumen, die ich habe.

    Liebe Grüße
    Irene 🙂

    Februar 25, 2016
    Reply
  4. mir said:

    Spätestens wenn du deinem 3jährigen Kind nicht mehr folgen kannst auf dem Spielplatz und die Eltern der anderen Kinder dich voller Mitleid ansehen, wirst du etwas tun…

    Februar 26, 2016
    Reply

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